4. Juli 2006

Gen-Mais ist nicht sicher!

Potsdam, 04.07.2006.

Anlässlich neuer Forschungsergebnisse hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Landesverband Brandenburg seine Forderungen nach einem Anbau-Verbot von Gen-Mais bekräftigt. Bei Untersuchungen in Bayern habe sich gezeigt, dass Auskreuzungen auf benachbarte Flächen kaum zu verhindern seien. Eine Koexistenz zwischen den verschiedenen Anbauformen (konventionell, biologisch, gentechnisch verändert) sei reine Illusion. Angesichts der immer noch unzureichend erforschten Risiken der Gentechnik sei damit ein generelles Anbauverbot die einzig mögliche Konsequenz, so der BUND.

Beim staatlichen Erprobungsanbau 2005 in Bayern wurden Auskreuzungen von Feldern mit gentechnisch verändertem Bt-Mais in viel größerem Maße und über größere Entfernungen beobachtet, als erwartet. Der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller empfiehlt aufgrund dieser Ergebnisse den Landwirten, einen Sicherheitsabstand von 150 Meter zu Gen-Maisflächen einzuhalten. Bisher üblich sind 20 Meter.

"Auch für den Gen-Mais Anbau in Brandenburg sind diese Ergebnisse relevant", betont BUND Landesgeschäftsführer Axel Kruschat. Auch hier gelten bisher 20 Meter Sicherheitsabstand und mit rund 450 Hektar angebautem Gen-Mais sei das Land auch in diesem Jahr wieder bundesweiter Spitzenreiter. Gleichzeitig hätten sich rund 150 Landwirte mit fast 100.000 Hektar Nutzfläche in gentechnikfreien Regionen zusammengeschlossen. "Diese sind durch den Anbau von Gen-Mais in ihrer Existenz bedroht", so Axel Kruschat. "Schließlich lassen sich Auskreuzungen durch Wind und Insekten praktisch nicht verhindern, egal ob 20 oder 150 Meter Sicherheitsabstand bestehen." Der Gen-Anbau müsse unterbleiben, so lange die Risiken ungeklärt seien.

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Sabine Kühns, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net.

 




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