19. September 2006

Denkmalgeschützte Allee soll zerstört werden

Die 100jährige Lindenallee zwischen Annenwalde und Densow (Uckermark) gehört aufgrund ihres Alters, der gesunden Bäume und ihrer guterhaltenen Pflasterung zu den beeindruckendsten Kulturlandschaftsgütern in Brandenburg und ist deswegen auch als technisches Denkmal eingetragen. Dennoch will der Landkreis nun die Straße asphaltieren – Todesurteil für die Bäume und zudem ein gravierender Verstoß gegen das Denkmalrecht.

Explizit als "Alleepflasterstraße" wurde die Straße erst im März diesen Jahres in die Landesdenkmalliste aufgenommen. Sie teilt sich in einen Feldsteinpflaster, -Fahrstreifen und den begleitenden Sommerweg. Früher waren solche Alleen in ganz Norddeutschland zu finden - heute gibt es nur noch wenige davon.

Dennoch soll bereits am 25. September mit der Asphaltierung begonnen werden - ein gravierender Verstoß gegen das Denkmalrecht und fatal für den Baumbestand. Die mit einer geschlossenen Teerdecke einhergehende Verdichtung des Bodens und die gravierend andere Nährstoffaufnahme würde mittelfristig zum Absterben der Bäume führen. In anderen, ähnlich gelagerten Fällen wurde das Pflaster erneuert, um die Befahrbarkeit der Straße zu gewährleisten – in Annenwalde weigert sich der Landkreis, diese Alternative zu wählen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg e.V. hat beim Obersten Dienstherren der Landräte Brandenburgs, Innenminister Jörg Schönbohm, eine Dienstaufsichtbeschwerde gegen den zuständigen Landrat, Herrn Klemens Schmitz, eingereicht. „Es kann nicht sein, dass jedes Bauvorhaben von Privatpersonen dem Denkmalschutz unterliegen, ein Landkreis aber ein eingetragenes Denkmal einfach zerstören darf“, so Silke Friemel, Alleenschutzreferentin des BUND Brandenburg.




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