26. April 2007

BUND fordert ehrlichen Klimaschutz und Rettung des Naturparadieses "Lacomaer Teichlandschaft"

Stockholm: Die Umweltschutzorganisationen BUND (Friends of the Earth, Germany), MJV und GREENPEACE protestierten heute vor der Jahreshauptversammlung von VATTENFALL gegen die klimaschädliche Verstromung der Braunkohle und die in Kürze geplante Zerstörung des Naturparadieses „Lacomaer Teichlandschaft“ im Nordosten Deutschlands. Sie appellierten auch an die Verantwortung der schwedischen Regierung für den Klima- und Naturschutz bei den Aktivitäten ihres staatseigenen Energiekonzerns VATTENFALL. Auf dem Banner der Mahnwache vor dem Tagungshotel war lesen „Klimatskurk Vattenfall! Stoppa brunkolsbrytningen! Rädda Lacoma!"

Gleichzeitig wendete sich der BUND mit einem Offenen Brief direkt an das schwedische Volk und seine VertreterInnen im Reichstag. Der Brief mit der Bitte um Unterstützung beim Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft wurde heute Morgen an die Vorsitzenden aller Reichstagsfraktionen übergeben. Für den Nachmittag und Freitag sind zudem Gesprächsrunden mit Parlamentariern verschiedener Fraktionen geplant.

Schon in wenigen Wochen will der schwedische Staatskonzern VATTENFALL die ökologisch besonders wertvolle Lacomaer Teichlandschaft unwiederbringlich zerstören. Das einzigartige Gebiet ist die Heimat für über 170 bedrohte Arten, unter anderem den Eremiten (Osmoderma eremita), dem Schwarzstorch, der Rotbauchunke und steht als Natura 2000 Gebiet unter höchstem europäischem Schutz. Dennoch es soll es zerstört werden, um den kleinsten und unbedeutendsten von fünf Vattenfall- Braunkohletagebauen nur noch sieben weitere Jahre betreiben zu können. Die Braunkohle soll dann zusammen mit der Kohle aus anderen Tagebauen im nahe gelegenen Kraftwerk Jänschwalde verstromt werden. Es ist eines der uneffizientesten in Deutschland und das fünft schmutzigste in Europa. Im Vergleich zu einem modernen Erdgaskraftwerk produziert es eine mehr als dreimal so große Menge des Klimakillers CO2.

„Allein mit dem Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft könnte ein ebenso großer Ausstoß des Klimakillers CO2 vermieden werden, wie in ganz Schweden freigesetzt wird, um den Sektor Wohnen und Dienstleistungen mit Energie zu versorgen. Dies wäre ein echter Beitrag für den Klimaschutz.“, betont Oliver Wendenkampf, Sprecher der deutschen Umweltschützer in Stockholm. Nach Aussagen des früheren Kraftwerksbetreibers VEAG könnte Vattenfall das Kraftwerk Jänschwalde auch mit deutlich weniger Kohle profitabel betreiben, also auch ohne die Kohle unter dem Teichgebiet.

„Allein aus dem Grund der Gewinnmaximierung will VATTENFALL ein rund 300 ha großes Gebiet aus Seen, Bruchwäldern und Wiesen den Braunkohlebaggern opfern“, so Oliver Wendenkampf. „Gleichzeitig erwirtschaftet VATTENFALL Rekordgewinnen, die vorwiegend aus der Braunkohleverstromung in Deutschland stammen. Vattenfall zerstört ohne Not, doch die Verantwortlichen, die schwedische Regierung schaut tatenlos zu.“

Vattenfall selbst gibt sich das Image eines Vorreiters im Klima- und Umweltschutz. Dabei handelt es vor allem in Deutschland offensichtlich ganz anders. Neben der Naturzerstörung produziert Vattenfall heute in Deutschland mit seinen großteils veralteten Kohlekraftwerken genau so viel CO2 wie Schweden insgesamt freigesetzt wird. Daran ändert auch PR über die Forschungen zur „Carbon Capture and Storage“ Technologie und die heutige Tagung zu diesem Thema in Cottbus nichts. „Die CCS-Technologie ist nur ein Feigenblatt für Vattenfall, die derzeit nicht zur Verfügung steht, wenn überhaupt erst nach 2020 eingesetzt werden kann und damit für den Klimaschutz um Jahrzehnte zu spät kommen würde.“, so Oliver Wendenkampf. Zudem wäre die von VATTENFALL angestrebte neue Generation von Kohlekraftwerken mit der Umsiedlung von dutzenden Dörfern in Deutschland und verheerenden Umweltauswirkungen verbunden.

Contact: Oliver Wendenkampf, Friends of the Earth Germany, Mobil: 0049 – 172 – 38 72 077, E-Mail: oliver.wendenkampf@gmx.de, Internet: www.bund-brandenburg.de

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