10. Dezember 2007
BUND gegen Schweinerei in Niebel
Im Treuenbrietzener Ortsteil Niebel plant die Schweinemast Felgentreu GmbH & Co KG eine neue Schweinemastanlage. Der BUND kritisiert das gesamte Vorhaben.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich in einer Einwendung gegen die geplante Schweinemastanlage im Treuenbrietzener Ortsteil Niebel ausgesprochen. In einer seit nahezu drei Jahren ungenutzten Stallanlage sollen demnächst mehr als 8.000 Schweine gehalten werden. Neben der Modernisierung der Altanlagen plant die aus Niedersachsen stammende Firma den Neubau einer weiteren Halle und eines Güllelagers.
BUND-Landesvorstandsmitglied Carsten Preuß: „Die im Naturpark Nuthe-Nieplitz geplante Anlage beeinträchtigt die naturnahe Erholung. Außerdem wird das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Obere Nieplitz“ gefährdet. Stickstoffeinträge haben in der Vergangenheit bereits zur Schädigung des nahegelegenen Waldes geführt.“
Der BUND verweist außerdem darauf, dass bei der nur 50 Meter von der bebauten Ortslage geplanten Anlage die Mindestentfernung zur Wohnbebauung unterschritten wird. Zudem ist eine Tagespflegestelle für behinderte Kinder betroffen, deren Spielfläche unmittelbar an die Desinfektionswanne grenzt. In der Einwendung wird kritisiert, dass die Gülleverwertungsflächen in 45 km Entfernung vom Anlagenstandort bei Reetz und Reppininchen vorgesehen sind. Durch diesen Gülletourismus sind Umweltbeeinträchtigungen auch für Treuenbrietzen, Niemegk, Belzig, Wiesenburg und Görzke zu erwarten. Durch Gülle- und Futtermitteltransporte würde der 130-Seelen-Ort Niebel 11.000 Fahrzeugbewegungen zusätzlich verkraften müssen. Der BUND warnt vor den Folgen einer Überlastung des Dreiecks Luckenwalde-Jüterbog-Treuenbrietzen mit einer großen Anzahl industriell betriebener Schweinemastanlagen.
Der Genehmigungsantrag liegt bis zum 20. Dezember in der Stadtverwaltung Treuenbrietzen zur Einsichtnahme für jedermann aus. Einwendungen können bis zum 2. Januar 2008 erhoben werden. Der BUND hat eine Mustereinwendung erarbeitet, die auch von der Internetseite www.bund-brandenburg.de heruntergeladen werden kann. Die betroffenen Nachbarn in Niebel haben sich zusammengeschlossen, um sich gemeinsam gegen die zu erwartenden Umweltbelastungen zu wehren.
Pressekontakt: Carsten Preuß, BUND-Landesvorstandsmitglied, Tel. (03377) 30 34 39
Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net