21. September 2007
Ministerpräsident Platzeck contra Umweltamt
Zwei Drittel des brandenburgischen Strombedarfs könnten bis 2020 nach Meinung des Landesumweltamt aus regenerativen Energien erzeugt werden. Ministerpräsident Platzeck spricht dagegen von höchstens 50 Prozent bis 2050.
Am Mittwoch stellte das Landesumweltamt in Potsdam den neuen Umweltdatenbericht 2007 vor. Umweltstaatssekretär Dietmar Schulze zeigte sich bei der Vorstellung zutiefst überzeugt davon, dass Brandenburg schon bis zum Jahre 2020 zwei Drittel seines Strombedarfs aus Sonne, Wind und Biomasse decken könnte.
Der Brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck äußerte hingegen in einem Interview mit der Berliner Zeitung, dass Brandenburg bis 2050 auf die Braunkohle setzen muss. Platzeck geht davon aus, dass lediglich 50 Prozent des Brandenburger Strombedarfs bis 2050 aus regenerativen Energien gedeckt werden können. Im selben Zusammenhang bezeichnete Platzeck die Braunkohle als unverzichtbar.
„Ist es Unkenntnis oder einfach Ignoranz der eigenen Behörde gegenüber? Herr Platzeck sollte einmal die aktuellen Berichte seines Landesumweltamtes studieren und nicht Lobbyarbeit für einen einzigen Konzern betreiben. Ein energiepolitisches Umdenken, weg von der Braunkohle, ist früher denn je möglich. Anstatt Dörfer zu zerstören, Menschen umzusiedeln, Natur zu vernichten und letztendlich das Klima aufzuheizen, sollte Platzeck die unglückliche Ehe seines Landes mit der Braunkohle schrittweise beenden,“ so Axel Kruschat Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg.
Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel. 0331-23700142