4. April 2008

Artenarmut durch die neuen Braunkohleplanungen

Minister Dietmar Woidke (SPD) lud heute anlässlich des länderübergreifenden Aktionstages zur biologischen Vielfalt in den Spreewald ein. Der Minister räumt ein, dass auch Brandenburg unter einem beständigen Verlust an Arten leidet. Konsequenzen werden daraus aber nicht gezogen. Ganz im Gegenteil: die aktuellen Tagebauplanungen werden den Artenschwund in Brandenburg weiter beschleunigen.

Die Prognosen über den zukünftigen Artenreichtum in Brandenburg sehen alles andere als gut aus. Bis zu 30 Prozent aller einheimischen Arten könnten für immer verschwinden, sagte Anfang des Jahres Beate Jessel, ehemalige Professorin der Universität Potsdam und neue Präsidentin des Bundesamtes für den Naturschutz. Insbesondere Brandenburg werde in den kommenden Jahrzehnten besonders unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben.

Zunehmende Trockenheit und sinkende Grundwasserspiegel werden den Artenschwund beschleunigen. Verschärft wird die Lage durch die ohnehin schrumpfenden Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Daneben werden Böden weiterhin zubetoniert und immer mehr Landschaften durch Straßen zerschnitten.

Spitzerreiter ist Brandenburg beim Vernichten von Landschaften durch den Braunkohletagebau. Neben der Zerstörung von Naturschutz- und potentiellen FFH-Gebieten, wie Anfang des Jahres die Lacomaer Teichlandschaft nördlich von Cottbus, werden durch die neuen Tagebauplanungen auch in Zukunft einzigartige Landschaften zerstört werden. Für Welzow II soll das 42 ha große FFH-Gebiet „weißer Berg bei Bahnsdorf“ vernichtet werden. Zum Opfer fallen drei Teilgebiete des FFH-Gebietes „Pastlingsee Erweiterung“ und Teile des LSG „Gubener Fließtäler“ dem geplanten Tagebau Jänschwalde Nord. Auch die geplanten Tagebaue Spremberg-Ost und Bagenz-Ost werden weitere FFH-Gebiete direkt beeinflussen, wie das „Spreetal“ und die „Talsperre Spremberg“.

„Als gäbe es in Brandenburg keine Probleme läd Herr Woidke die Öffentlichkeit in den Spreewald ein. Dabei würde eine Fahrt durch die Hinterlassenschaften der ehemaligen Braunkohletagebaue in der Lausitz viel deutlicher aufzeigen, wie es derzeit um die biologischen Vielfalt in Brandenburg bestellt ist. Anstatt dem Artenschwund aktiv entgegenzutreten, sollen in der Lausitz Naturschutzgebiete von europäischer Bedeutung zerstört werden. Zurück bleiben gestörte Ökosysteme und vollkommen übersäuerte Seen, wie zum Beispiel der „Klinger See“ östlich von Cottbus, der insbesondere in den letzten Monaten, wegen fehlender Zufuhr von Oberflächenwasser immer saurer und lebensfeindlicher geworden ist,“ so Axel Kruschat vom BUND Brandenburg.

 

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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