21. April 2008

Prignitz knackt die Eine-Million-Hektar-Grenze für gentechnikfreie Flächen

Das Aktionsbündnis für eine „Gentechnikfreie Region Prignitz“ meldet 5.762 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche als gentechnikfreie Flächen an. Diese Flächen werden von einem Team aus Mitgliedern des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erfasst und auf der Internetseite www.gentechnikfreie-regionen.de veröffentlicht.

Mit Stand 11.4.2008 waren 993.705 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in ganz Deutschlang verbindlich zu gentechnikfreien Flächen und Regionen erklärt und veröffentlicht worden. Nachdem der Berliner Stadtbezirk Pankow sich am 18.4.2008 mit 2000 ha zur gentechnikfreien Region erklärt hat und auf der o.g. Website veröffentlicht wurde, sind es demzufolge 995.705 ha. Damit fehlen noch 4.295 Hektar bis zur Eine-Millionen-Hektar-Grenze. Mit den vom Aktionsbündnis für eine „Gentechnikfreie Region Prignitz“ am 21.4.2008 angemeldeten 5.762 Hektar ist diese Grenze gefallen.

Die vom Aktionsbündnis für eine „Gentechnikfreie Region Prignitz“ angemeldeten gentechnikfreien Flächen liegen im Landkreis Prignitz und wurden von 18 Landwirten in die im Entstehen begriffene „Gentechnikfreie Region Prignitz“ eingebracht. Im Rahmen einer Initiative des Aktionsbündnisses zur Schaffung dieser gentechnikfreien Region haben die Landwirte sich mit Selbstverpflichtungserklärungen unter anderem dazu verpflichtet, wissentlich kein gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut einzusetzen oder anzubauen.

In der Prignitz sind aber deutlich mehr Flächen gentechnikfrei als die jetzt offiziell angemeldeten. Dazu zählen z.B. 1.360 ha des Kirchenkreises Perleberg-Wittenberge und 2.055 ha des Kirchenkreises Havelberg-Pritzwalk, denn in den beiden Kirchenkreisen werden seit 2002 nur noch Pachtverträge abgeschlossen oder verlängert, wenn der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgeschlossen ist. Hinzurechnen muss man auch 170 ha von zwei Prignitzer Landwirten, die der bereits bestehenden „Gentechnikfreien Region Parchim/Prignitz“ angehören. Somit sind in der Prignitz 9.347 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche verbindlich gentechnikfrei.

Und es sollen noch viel mehr Flächen verbindlich gentechnikfrei bleiben bzw. werden. Ziel des Aktionsbündnisses ist es, die gesamte Prignitz als gentechnikfreie Region zu bewahren und dauerhaft zu sichern. Deshalb rufen wir alle Landnutzer, Eigentümer, Pächter und Verpächter sowie Kommunen in der Prignitz dazu auf, ihre Ländereien verbindlich als gentechnikfrei zu erklären. Landbesitzer und Landnutzer können das am wirkungsvollsten mit Selbstverpflichtungserklärungen tun, die bei Frau Martina Bartels in der Biosphärenreservatsverwaltung in Rühstädt, Tel. 038791/98017, erhältlich sind. Kommunen können, ähnlich wie es die Stadt Perleberg demnächst vorhat oder wie es die evangelische Kirche bereits seit 2002 handhabt, in ihren Pachtverträgen eine Klausel zum Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen aufnehmen.

Aber auch Nichtlandbesitzer, Verbraucherinnen und Verbraucher, alle, denen gentechnikfreie Lebensmittel wichtig sind, können etwas tun. Wir haben eine Erklärung zur Unterstützung einer „Gentechnikfreien Region Prignitz“ erarbeitet, die bei Frau Kathleen Awe im NABU-Besucherzentrum in Rühstädt, Tel. 038791/98024, erhältlich ist. Diese Erklärung können Sie unterschreiben und somit Ihre Forderung nach einer „GFR Prignitz“ dokumentieren. Die unterschriebenen Erklärungen sollen dem Landrat des Landkreises Prignitz und dem zuständigen Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz in Potsdam übergeben werden.

Pressekontakt: Wilfried Treutler, Tel. 03877-74699, E-Mail: b.w.treutler@arcor.de,

Axel Kruschat, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141,

E-Mail: bund.brandenburg@bund.net

 




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