29. Januar 2008
10 Biogasanlagen für Gerswalde sind zuviel des Guten!
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert an die Gemeindevertreter von Gerswalde, die Bedenken der betroffenen Bürger und Fachverbände gegen ein Sondergebiet für zehn Biogasanlagen ernst zu nehmen. Der BUND fordert die Gemeindevertretung auf, die Planungen auf ein orts- und umweltverträgliches Maß zu beschränken.
Am Donnerstag, dem 31. Januar, steht in der Gemeindevertretung Gerswalde die Abwägung und der Satzungsbeschluß für den Bebauungsplan auf der Tagesordnung. Der BUND hatte im Rahmen der Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange eine kritische Stellungnahme abgegeben und auf zahlreiche Unzulänglichkeiten der Planunterlagen hingewiesen. Insgesamt sind weit über 200 Bedenken und Anregungen eingegangen, über deren Berücksichtigung die Gemeindevertreter befinden müssen.
Thomas Volpers, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND: „Durch das Vorhaben am Rand des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin werden geschützte Biotope, Gehölze und die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützten Gebiete „Schwemmpfuhl“ und „Eulenberge“ beeinträchtigt.“ Er verweist auf die erheblichen Stickstoffeinträge, die diese Lebensräume bedrohter Arten gefährden.
Die Naturschützer und Anwohner hatten Rechtsanwalt Peter Kremer aus Berlin mit der Erarbeitung der Stellungnahme beauftragt. Darin werden auch die nicht ausreichenden Anbau- und Ausbringungsflächen in der Gemeinde, Geruchsbelästigung und die zunehmende Verkehrsbelastung durch das Vorhaben benannt. Negative Auswirkungen auf den Tourismus, der in und um Gerswalde einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt, sind zu erwarten.
Volpers betont, dass die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Sicht des Klimaschutzes zu begrüßen ist. Durch die Planung von acht zusätzlichen zu den bereits bestehenden zwei Biogasanlagen an einem Standort bestünde aber die Gefahr, dass die Produktion von Biomasse in der weiteren Umgebung zu Monokultur im Ackerbau und verstärktem Einsatz von Agrochemikalien und Dünger führt. Die bereits bestehenden Biogasanlagen werden sogar mit Hühnermist aus Holland beschickt.
Pressekontakt:
Thomas Volpers, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender, Tel. (039 885) 32 87
Axel Kruschat, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. (0331) 237 00 141
Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331.23700142