29. Januar 2008

Neues Gentechnikgesetz: Landwirte und Verbraucher bleiben auf der Strecke

Am 25. Januar novellierte der Bundestag das neue Gentechnikgesetz. Brandenburger Landwirte, die weiterhin gentechnikfrei wirtschaften wollen, werden es schwerer haben. Jetzt helfen nur noch gentechnikfreie Regionen. Am 15. Februar soll das Gesetz den Bundesrat passieren. Zum Schutz der ökologischen Landwirtschaft muss sich Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) gegen das Gesetz im Bundesrat stark machen.

Anlässlich der Verabschiedung des neuen Gentechnikgesetzes durch den Deutschen Bundestag kritisiert der BUND die einseitige Bevorzugung der Gentechnik-Industrie. Für Landwirte und Verbraucher verschlechtert sich die Situation. So kann zum Beispiel eine notwendige Koexistenzmaß-nahme eines Genfeldes zu einem herkömmlichen oder biologisch bewirtschafteten Feld in Zukunft unterlaufen werden. Eine Möglichkeit wären private Absprachen. Geradezu absurd erscheint jedoch die zweite Möglichkeit, wobei schon die bloße Nichtäußerung eines Landwirtes als dessen Zustimmung gewertet wird. Der Gentech-Pflanzen anbauende Nachbar braucht dann keinerlei Koexistenzmaßnahmen mehr zu ergreifen.

Dazu Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg: „Wenn die Landwirte in Zukunft wirklich sicher in Brandenburg bewirtschaften wollen, sollten sie dem Beispiel anderer Bauern folgen und gentechikfreie Regionen gründen.“

Brandenburg ist beim Ökolandbau mit ca. 10% Anbaufläche bundesweiter Spitzenreiter. Einen traurigen Rekord trägt Brandenburg auch beim Genanbau. Nahezu 50% aller bundesweiten Genfelder liegen in der Mark, was circa 0,01% der gesamten Brandenburger Anbaufläche ausmacht. Das neue Gentechnikgesetz wird die Koexistenz der beiden Anbauformen verwässern.

„Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke muss sich nun entscheiden. Wenn er wirklich hinter der ökologischen als auch herkömmlichen Landwirtschaft in Brandenburg steht, dann muss er sich auch für diese einsetzen. Am 15. Februar zur Abstimmung im Bundesrat kann er sich im Sinne Brandenburgs dafür einsetzen,“ so Kruschat.

Hintergrund

Derzeit gibt es bundesweit 176 gentechnikfreie Regionen und Aktionen. 27.476 Landwirte bewirtschaften dabei 989.351 ha Fläche. In Brandenburg gibt es 5 Regionen, die auf Gentechnik in der Landwirtschaft verzichten: Uckermark-Barnim, Spreewald, Märkisch Oderland, Stechlin-Ruppiner Land und Felder ohne Gentechnik im Fläming. Weitere Infos unter: www.gentechnikfreie-regionen.de Das Gentechnikgesetz wurde in erster Lesung gegen 4:00 Uhr Nachts in einer „Nacht und Nebelaktion“ lediglich zu Protokoll gegeben. Der BUND hält einen Protestbrief, den alle Verbraucher an ihre zuständigen Bundestagsabgeordneten schicken können, unter www.bund-brandenburg.de bereit.

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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