19. März 2008

BUND begrüßt Positionspapier zur Grünen Gentechnik

Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) und der Landesbauernverband haben sich auf eine gemeinsame Position zum Gentechnikanbau in Brandenburg geeinigt. Der BUND begrüßt diesen Schritt, lehnt aber weiterhin den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderten Organismen ab und warnt vor den Risiken.

Am Montagabend einigten sich in einer Vorstandssitzung des Landesbauernverbandes Brandenburg (LBV) Umweltminister Dietmar Woidke und der Vorstand des LBV auf gemeinsame Eckpunkte zur Grünen Gentechnik. Das 7-Punkte umfassende Papier möchte die Interessen von Landwirten und Verbrauchern bündeln und versteht sich als Rahmen für zukünftige sachliche Diskussionen zum Gentechnikanbau in Brandenburg.

Der BUND begrüßt insbesondere die Unterstützung zur Einrichtung von gentechnikfreien Regionen. In so einer Region soll allen Beteiligten die Möglichkeit geben werden, aufgrund freiwilliger Verpflichtungen komplett auf den Anbau von genveränderten Organismen (GVO) zu verzichten. Derzeit gibt es in Brandenburg sechs Regionen die auf Gentechnik in der Landwirtschaft verzichten: Uckermark-Barnim, Spreewald, Märkisch Oderland, Stechlin-Ruppiner Land und Felder ohne Gentechnik im Fläming.

Kritisch betrachtet der BUND weiterhin den generellen Anbau von GVO in Brandenburg. Für das laufende Jahr sind bisher etwa 2000 Hektar Mon-810 angemeldet worden. Nach einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Zeitschrift «Süddeutsche Zeitung Wissen» (Aprilausgabe) lehnt eine Mehrheit der Deutschen gentechnisch veränderte Lebensmittel kategorisch ab. Nur 23 Prozent vertrauen darauf, dass solche Lebensmittel der Gesundheit nicht schaden.

Weiterhin ist aus Sicht des BUND Brandenburg die Vorgehensweise des Saatgutherstellers MONSANTO nicht vertrauenswürdig. Seit dem 6. Dezember 2007 darf der Konzern die Maissorte MON810 wieder vertreiben, nachdem MONSANTO beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Plan zur Beobachtung der Umweltauswirkungen des Genmais-Anbaus vorgelegt hatte. Darin wird auf eine Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig verwiesen. Am 12. März wiedersprach die Einrichtung in einer Pressemitteilung dieser Darstellung vehement, da die Nennung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) ohne deren Zustimmung erfolgte und eine Zusammenarbeit bis heute nicht erfolgte.

„Das ist für uns ein weiterer klarer Vertrauensbruch. Die Brandenburger Landwirte dürfen den Versprechungen des Konzerns keinen Glauben schenken. Vielmehr sollte in Deutschland, wie schon in Frankreich, Polen, Österreich, Ungarn und Griechenland geschehen, der Anbau von Bt-Mais verboten werden,“ so Axel Kruschat Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg.

Weitere Infos unter: www.gentechnikfreie-regionen.de und www.gentechnikfreies-brandenburg.de

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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