28. März 2008
Klimawandel nicht zumutbar – BUND widerspricht Dellmann!
Der Brandenburgische Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) erklärte am Donnerstag in der Märkischen Oderzeitung, dass die Windenergie in Brandenburg an ihre Grenzen gestoßen sei. Mit seinen Äußerungen stellt er sich gegen die Eckpunkte der „Energiestrategie 2020“ von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) und verhöhnt indirekt die von der Abbaggerung bedrohten Bürger. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht infolge des Klimawandel Kosten in Milliardenhöhe auf Brandenburg zukommen.
„Wir sind an unsere Grenzen gestoßen,“ und „ich glaube nicht, dass wir das den Brandenburgern noch zumuten können,“ sagte Dellmann am Donnerstag in einem Interview mit der Märkischen Oderzeitung. Im Gegensatz dazu plant das Wirtschaftsministerium eine Verdoppelung der derzeitigen Windenergieleistung bis zum Jahr 2020 auf 7000 Megawatt. Die ausgewiesenen Windeignungsgebiete sollen sich von heute 370 Quadratkilometer auf 555 Quadratkilometer erhöhen.
Der BUND Brandenburg begrüßt den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und insbesondere auch den der Windenergie. Die Windenergie schafft in Brandenburg Arbeitsplätze und sorgt für Einnahmen auf den Flächen wo die Anlagen installiert sind. Jede Windanlage ist ein Beitrag zum Klimaschutz, da Energie umweltfreundlich in das Netz eingespeist wird und jährlich große Mengen an CO2-Emissionen vermieden werden.
„Den Bürgern aus Proschim, Atterwasch, Kerkwitz und Grabko muss es wie Hohn in den Ohren klingen, wenn Dellmann behauptet die Windenergie sei den Menschen nicht zuzumuten. Ihre Dörfer sollen für den Braunkohletagebau komplett geopfert werden. Ein Windrad kann jederzeit wieder deinstalliert werden. Ich bin mir sicher wenn die Bürger zwischen dem Verlust der Heimat und einer Windeignungsfläche wählen könnten, würden sie sich für die Windräder entscheiden“, so Axel Kruschat vom BUND Brandenburg.
In einer Studie des DIW wurde in dieser Woche in Hamburg auf dem dritten Extremwetter-Kongress bekannt gegeben, dass auf Brandenburg infolge des Klimawandels in den kommenden 50 Jahren schätzungsweise Kosten von etwa 42,1 Milliarden Euro zukommen werden. Der Studie zufolge muss in Brandenburg mit einem Anstieg von Ernteausfällen, vermehrten Waldbränden, zunehmender Wasserknappheit, einer wachsenden Zahl von Schädlingen sowie einer Zunahme von Todesfällen durch Hitze gerechnet werden.
Für den BUND ist angesichts der Prognosen des DIW die Windkraft in Brandenburg ein entscheidender Baustein für den globalen Klimaschutz. Jede Investition in eine Erneuerbare Energieform ist eine Investition in eine sichere Zukunft Brandenburgs.
Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net