15. Oktober 2008

BUND: SPD-Generalsekretär Ness argumentiert mit falschen Zahlen

Ness hatte behauptet, mit der noch nicht erprobten CCS-Technologie sei es möglich, weltweit 90 Prozent der CO2-Emissionen zu reduzieren. BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: „Da die von Vattenfall in Brandenburg geplante CCS-Technolgie nur in Braunkohlekraftwerken einsetzbar wäre, lassen sich die von Ness verkündeten globalen Reduktionsziele mit dieser Technik nicht erreichen.“ Die weltweite Braunkohleförderung beträgt gegenwärtig jährlich 936 Millionen Tonnen. Dem steht eine Steinkohleförderung von jährlich 4 495 Millionen Tonnen gegenüber. Während bei der Verstromung einer Tonne Braunkohle rund eine Tonne Kohlendioxid entsteht, werden bei der Verbrennung einer Tonne Steinkohle sogar 2,6 Tonnen CO2 freigesetzt. (*) Daher kann selbst bei einem hypothetischen globalen Einsatz der von Vattenfall geplanten Technologie nur eine Reduktion der CO2-Emissionen bei der Kohleverbrennung von 7 Prozent erreicht werden. Das Volksbegehren „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“ setzt statt dessen auf die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Kruschat wies außerdem die Behauptung des SPD-Generalsekretärs zurück, dass nach dem Erfolg des Volksbegehrens 12 000 Arbeitsplätze im Süden Brandenburgs ersatzlos wegfallen würden. Der BUND verweist darauf, dass in den bereits genehmigten Lausitzer Tagebauen noch 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle lagern, die die Kraftwerke noch über 25 Jahre mit Braunkohle versorgen können. Dadurch ist ein schrittweiser Ausstieg aus dem Braunkohleabbau möglich, wobei gleichzeitig Arbeitsplätze durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen entstehen. Nach Angaben der Bundesregierung ist damit zu rechnen, dass bis 2020 die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche von 170 000 auf mindestens 300 000 steigen wird. Ein erheblicher Teil entfällt auf die neuen Bundesländer.

Kruschat kritisiert weiter, dass sich die Landesregierung einem Dialog über die Braunkohlepolitik des Landes Brandenburg verweigert. Deshalb ruft der BUND alle Brandenburgerinnen und Brandenburger auf, ihre Unterschrift für das Volksbegehren im Einwohnermeldeamt zu leisten.
 
(*) Zu berücksichtigen ist dabei, dass aus einer Tonne Steinkohle mehr Strom hergestellt werden kann als aus einer Tonne Braunkohle.

Pressekontakt: BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat, Tel. 0331 – 237 00 141,
Email bund.brandenburg@bund.net




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