20. November 2009
BUND verurteilt Ausschreibung zum Neubau der überdimensionierten Schleuse in Kleinmachnow
Nach neuesten Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium wurde am Montag dieser Woche mit der Ausschreibung zum Neubau der 190 m langen Schleuse begonnen. Der Bau soll im Frühjahr 2010 erfolgen. Diese Planung stammt noch aus der Zeit, als der Teltowkanal als sogenannte Südtrasse im Rahmen von VDE 17 für 185 m lange Rheinschubverbände ausgebaut werden sollte. Dieser Ausbau ist seit April diesen Jahres nun aber endgültig vom Tisch und in Zukunft können hier nur 110 m lange Großmotorgüterschiffe und Schubverbände fahren.
Trotzdem wird an dem überdimensionierten Schleusenausbau festgehalten. Dazu müssen große Uferflächen am Machnower See abgebaggert werden, die den Kleinmachnowern, als auch Berlinern als Naherholung dienen. Die alternative Schleusenlänge von 115 m, wie sie auch in Spandau und Charlottenburg gebaut wurden, wird von Seiten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit der Begründung abgelehnt, dass die lange Schleuse ökologischer sei, weil bei der kurzen Schleuse für den aufkommenden Schiffsverkehr dann mehr Wartestellen gebaut werden und damit in einem noch größerem Umfang Uferbereiche geopfert werden müssten.
Winfried Lücking, Leiter des BUND-Flussbüros: „Dem Bau für diese Anlage in beiden Versionen liegt die Verkehrsprognose von 1995 zugrunde, die auf Verkehrszahlen aus der Wendezeit beruht, die vollkommen überzogen sind und schon mehrfach nach unten korrigiert werden musste. Wir fordern das Bundesverkehrsministerium auf Tranparenz herzustellen und nun endlich die Netzumlegungsprognose vom Sommer 2009 zu veröffentlichen und den Neubau der Schleuse den aktuellen Zahlen anzupassen. Danach müssten bei der kleineren Schleusenkammer wesentlich weniger Wartestellen gebaut werden und damit wäre diese Variante ökologischer als die 190 m-Kammer.“
Burkhard Voß, Vorsitzender des BUND Brandenburg: “Gegen den Widerstand der örtlichen Bevölkerung und der Kommunalpolitik wird kurz nach dem Regierungswechsel in Berlin dieser Ausbau jetzt durchgezogen, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Wir fordern die neue Landesregierung auf sich klar gegen diesen überdimensionierten Neubau zu positionieren.“
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Weitere Infos zur Havelkampagne der Naturschutzverbände unter
www.stopp-havelausbau.de