19. April 2010

Percy Schmeiser in Potsdam

Der kanadische Landwirt und Verfechter einer gentechnikfreien Landwirtschaft nimmt am 19. April um 19 Uhr an einer Podiumsdiskussion „Gentechnik in der Landwirtschaft – Erfahrungen aus erster Hand“ im Haus der Natur teil.

Percy Schmeiser, dessen familiäre Wurzeln in Deutschland liegen – seine Großeltern wanderten von Rosenheim nach Kanada aus – wurde einer großen Öffentlichkeit durch seine Auseinandersetzung mit dem Agrokonzern Monsanto bekannt. Im Jahr 1997 fand Schmeiser erstmalig die gentechisch veränderten „Roundup-Ready“-Rapspflanzen von Monsanto auf seinem Land. Er vermutete, die Samen müssten durch den Wind vom Feld eines benachbarten Bauern oder von einem vorbeifahrenden LKW dorthin gelangt sein. Im Folgejahr säte er daraus gewonnenes Saatgut auf einer Fläche von 400 Hektar aus ohne sie mit dem Totalherbizid „Roundup-Ready“ zu behandeln. Daraufhin wurde er vom Herstellerkonzern wegen Patentverletzung verklagt, da es sich patentiertes Saatgut handeln würde, deren Nutzung an den Kauf des Unkrautvernichtungsmittels Roundup gebunden sei. Schmeiser hielt dagegen, dass Landwirte seit jeher das Recht gehabt hätten, Saatgut selbst zu vermehren. Der Rechtsstreit zog sich über mehrere Jahre hin und endete 2008 mit einer außergerichtlichen Einigung. Monsanto akzeptierte darin sämtliche Forderungen Schmeisers und übernahm die Verantwortung für die Kontaminierung seiner Felder.
Im Zuge dieser Auseinandersetzungen wurde Schmeiser zur Symbolfigur im Kampf um die Unabhängigkeit der Landwirte und ihrer Rechte gegenüber global agierenden Saatgutkonzernen. 2007 erhielt Schmeiser gemeinsam mit seiner Frau Louise den Alternativen Nobelpreis für seinen „Mut bei der Verteidigung der Biodiversität und der Rechte der Landwirte“.

In Brandenburg gibt es acht gentechnikfreie Regionen: Uckermark-Barnim, Märkisch Oderland, Spreewald, Stechlin-Ruppiner Land, Fläming, Prignitz, Südlicher Barnim, Müritz-Ruppiner Land und Parchim/Prignitz.

Die BASF betreibt bei Falkenberg im Landkreis Elbe-Elster wie in den letzten beiden Jahren einen Freisetzungsversuch mit Genkartoffeln. Monsanto bemüht sich um die Wiederzulassung des Genmais MON810. Mögliche Standorte für den Anbau von MON810 wären Lebus, Neureetz, Strausberg (alle Märkisch Oderland) und Sonnewalde (Elbe-Elster).

Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle Brandenburg,
Tel. 0331-237 00 141




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