5. Februar 2010

Bäume an der Kleinmachnower Schleuse von Fällung bedroht

Neubau der Schleuse beginnt

Eine Eilmeldung auf der Homepage des Fördervereins Landschaftsschutzgebiet Buschgraben / Bäketal e. V. schreckte heute die Bürger von Kleinmachnow auf. Darin wird berichtet, dass die Baumfällungen unterhalb der Hakeburg noch im Februar 2010 erfolgen sollen. Insgesamt sollen zunächst 89 wertvolle Bäume abgeholzt werden. Eine ökologische Baubegleitung soll die Einhaltung der Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss überwachen. Dazu findet am Montag, dem 8. Februar, um 8.30 Uhr eine Einweisung statt. Der Treffpunkt ist der Parkplatz an der Schleuse (Straßenbahn). Zu den Naturschutzauflagen gehört beispielsweise, dass die Stubben erst im Mai ausgefräst werden dürfen, um überwinternde Zauneidechsen nicht zu stören.

Aus der Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist diese Fällung übereilt, da für den Bau der Kleinmachnower Schleuse insgesamt vier Jahre veranschlagt sind. Die Baumaßnahmen beginnen mit der Reparatur der historischen Doppelkammerschleuse, wofür noch keine Abgrabungen am Nordufer erforderlich sind.

Dem Argument der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, dass der Neubau einer 190 m langen Schleuse ökologischer sei als eine 115 m lange Schleusenkammer widerspricht der BUND vehement, da die geplante 190 m lange Schleusenkammer das Gebot der Eingriffsminimierung verletzt und der EU-Wasserrahmenrichtlinie widerspricht.
Daher fordert der BUND, dass an Stelle des Ausbaues der Nordkammer auf 190 m Länge nur eine 115 m lange Schleuse errichtet wird. Das Wasserstraßen-Neubauamt hatte dies bisher abgelehnt, da für die Entkoppelung von 147 m langen Schubverbänden zusätzliche Koppelstellen am Ufer errichtet werden müssten. Nach Überzeugung des BUND wäre aber das Entkoppeln auch an der Dalbenliegestelle in der Mitte des Machnower Sees ohne Ausbau der Ufer möglich. Die Umweltschützer vom „Aktionsbündnis gegen den Havelausbau“ weisen außerdem darauf hin, dass die Abgrabungen am Nordufer durch leichte Modifizierungen, wie z. B. einer trapezförmigen Gestaltung der Schleusenausfahrt im Oberhafen, erheblich reduziert werden können.

Ein Teil der Bäume war bereits durch Kinder der Waldorfschule gekennzeichnet worden, um gegen die Rodung zu protestieren.

Für Rückfragen:
Winfried Lücking, BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00 16, Mobil: 01577-289 88 43
Dr. Gerhard Casperson, Förderverein LSG Buschgraben/Bäketal,
Tel. 033203-240 02





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