14. Februar 2010

Havelmännchen schützen Bäume an Kleinmachnower Schleuse

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ und der Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben / Bäketal e.V. protestieren gegen den Schleusenausbau auf eine Länge von 190 Metern.

Für die Protestaktion haben die Verbände und Bürger 20 hölzerne Havelmännchen als Baumschützer zur Unterstützung geholt. Diese waren am Sacrow-Paretzer-Kanal auch schon im Einsatz und haben dort die Fällungen bedrohter Bäume erfolgreich abgewendet.
„Wir hoffen, dass unser Protest noch Wirkung zeigt, dabei setzen wir als Bürger auch auf die neue Landesregierung, sie sollen den überdimensionierten Ausbau stoppen“, so Dr. Gerhard Casperson vom Förderverein.

Die Vorbereitungen für den Schleusenbau haben bereits begonnen. So schnell wie möglich sollen große Teile des Waldes mit uraltem Baumbestand am Machnower See unterhalb der Hakeburg und der Siedlung Stolper Weg gerodet werden, um danach einen großen Teil des Uferstreifens abzubaggern,

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion will die Schleuse in Kleinmachnow mit einer Länge von 190 Metern für Schiffsverbände von 185 Metern bauen. Schiffe dieser Größenklasse werden jedoch den Teltowkanal nicht befahren und gelangen nicht bis zur Schleuse.
„Das naturnahe Teltow-Kanalufer würde in eine Industrielandschaft
umgewandelt, verziert mit dunklen Spundwänden und Versorgungsstraßen. Das wertvolle Naherholungsgebiet wäre irreparabel zerstört und 40 Millionen Euro verschwendet“, so Dr. Ursula Theiler von der Bürgerinitiative.

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion hat den Sanierungsbedarf der Kleinmachnower Schleuse genutzt, um gleich eine Riesenschleuse zu bauen.
In den letzten Monaten hatte sie verstärkt ihr Projekt als ökologische Variante dargestellt.
„Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion will auf Biegen und Brechen ihr Vorhaben durchsetzen. Sie ist sich nicht zu schade, ihre Planung als die naturverträglichste zu verkaufen und dafür Richtlinien nach ihrem Gusto zu interpretieren. Ökologische Schifffahrtspolitik sieht anders aus. Daher sollten sich die politischen Vertreter nicht von der eigenen Verwaltung täuschen lassen“, so Burkhard Voß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.
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Für Rückfragen:
Winfried Lücking, Tel. (030) 78 79 00-16
Leiter des BUND-Flussbüros,  mobil: 01577-289 88 43
Dr. Ursula Theiler, Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“, Tel. 033203-38 99 22, mobil: 0170-311 31 01
Dr. Gerhard Casperson, Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben/Bäketal, Tel. 033203-240 02                   






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