12. Juni 2010

Protest gegen Schweinemastanlage in der Uckermark

Aus Anlass der "Brandenburger Landpartie" organisiert die Bürgerinitiative Kontra Industrieschwein Haßleben am Samstag, den 12. Juni 2010, zwischen 15 und 19 Uhr in Kuhz erneut ein Widerstandsfest.

Mit Musik und Kunstaktion wird in dem idyllischen Dörfchen in der Uckermark zwischen Feldsteinkirche und Kuhzer See gegen eine der größten Schweinemastanlagen Deutschlands protestiert. Seit über sechs Jahren wehren sich engagierte Bürger erfolgreich gegen die Planung von noch immer über 68 000 Tierplätzen in einem Megastall.

"Immer neue und industriell ausgebaute Tierhaltungsanlagen beeinträchtigen die Entwicklung des ländlichen Raumes", betont Thomas Volpers von der Bürgerinitiative. "Sie gefährden nicht nur die Landschaft sondern auch Arbeitsplätze auf dem Lande und damit die Strukturen, die die Städter bei ihrer Landpartie suchen." Große Unterstützung bekommt die Bürgerinitiative von dem im vergangenen Jahr gegründeten bundesweiten Bündnis "Bauerhöfe statt Agrarfabriken". Neben Umwelt- und Tierschutzverbänden wie dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), dem Deutschen Tierschutzbund und PROVIEH sowie 70 Bürgerinitiativen ist die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft  (AbL), in der sich Landwirte zusammengeschlossen haben, ein wichtiger Partner in diesem Bündnis.

Die Entscheidung über die Genehmigung der Schweinemast in Haßleben soll nach dem Wunsch des zuständigen Umweltministeriums in Potsdam in Kürze fallen. Aus Sicht der Gegner der Megamastanlage sind noch viele Fragen offen, andere Fragen sind geklärt mit dem Ergebnis dass die Anlage nicht genehmigungsfähig ist. So sollen die Schweine in der alten DDR-Anlage kein Tageslicht erhalten. Eine Genehmigung könnte nur mit zahlreichen Ausnahmen von bestehenden Umwelt- und Tierschutzgesetzen erfolgen und die Standards für ähnliche industrielle Mastanlagen in ganz Deutschland absehbar senken. Daher bereiten sich die Bürgerinitiative und die beteiligten Verbände auch auf eine Klage und rechtliche Prüfung einer möglichen Genehmigung der Anlage vor.

Als Redner haben zugesagt: Cornelia Behm, MdB Bündnis 90 / Die Grünen, Reinhard Dalchow, Umweltbeauftragter der ev. Kirche, Axel Vogel, MdL Bündnis 90 / Die Grünen, Detlef Bimboes, Ökologische Plattform / Die Linke, Elke Deininger, Deutscher Tierschutzbund, Stefan Johnigk, PROVIEH, Reinhild Benning, BUND, Mahi Klosterhalfen, Albert-Schweitzer-Stiftung und Ralf-Günther Schein, Pfarrer in Templin.

Eingeladen sind außerdem Evangelischer Entwicklungsdienst, aktion tier - menschen für tiere, Heinrich-Böll-Stiftung, Neuland, Nandu, die Tierfreunde, mehrere Landtagsabgeordnete und viele Bürgerinitiativen.

Der Protest wird optisch unterstützt von Plakaten, der fast 3 m hohen "glücklichen Sau Berta", einem Tiertransporter, einem bedrohlich wirkenden Spalier mit über 60 Namen von Orten, an denen sich Bürger in Deutschland gegen Massentierhaltung und Riesen-Schlachthöfe wehren sowie durch die Kunstaktion "Perlen für die Säue".

Um 16.30 Uhr steigt ein großer Ballon mit einer "Perlenschnur" auf. Sie ist eine Hommage an die Schweine, die, wie auch in Haßleben geplant, ohne Tageslicht leben müssen und hier der Sonne entgegen getragen werden. Ebenso werden einige Drachenflieger den Himmel beleben. Ein Shuttle-Service zu dem knapp 2 km entfernten Eingangsbereich des riesigen Gebäudekomplexes aus DDR-Zeiten, der teilweise wieder genutzt werden soll, wird angeboeten. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von einer jungen Brassband aus Lychen und Akkordeonmusik. Für das leibliche Wohl sorgen die Densower Landfrauen und Naturkost Templin.





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