22. November 2010
Bau der Kleinmachnower Riesenschleuse gekippt
Der BUND begrüßt die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Ramsauer, den überdimensionierten Ausbau der Schleuse in Kleinmachnow aufzugeben. Der jahrelange Widerstand des BUND zusammen mit den Bürgerinitiativen hat sich gelohnt, dieses ökologisch und ökonomisch unsinnige Projekt wurde nun endlich aufgegeben.
Die Kleinmachnower Schleuse gehörte zur sogenannten Südtrasse des "Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17", die am Berliner Osthafen endete. 2001 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages entschieden, dass dieser Ausbau auf Grund überalterter Verkehrsprognosen nicht finanziert wird. Trotzdem wurde an dem Bau der 190-Meter-Schleuse festgehalten, für eine Schiffsgröße, die dort nie fahren wird. Die Wasserschifffahrtsverwaltung hat dies immer mit der Aussage begründet, dass der Bau der großen Schleuse ökologisch günstiger sei als der Bau einer kleineren, 115 m langen Schleusenkammer. Zusammen mit den Bürgerinitiativen in Kleinmachnow hat der BUND den Gegenbeweis erbracht und ein alternatives Konzept für den ökologisch sinnvolleren Umbau einer kleinen Schleuse erarbeitet, wodurch das Naherholungsgebiet mit einem Baumbestand von ca. 90 Bäumen erhalten bleiben würde.
In der ursprünglichen Planung sollten die Kammern der alten Schleuse stillgelegt und verfüllt werden. Seit Anfang des Jahres steht die instandgesetzte Mittelkammer der Schifffahrt wieder zur Verfügung und auch die alte Südkammer wird zur Zeit instandgesetzt. Damit können durch die Schifffahrt zukünftig drei Schleusenkammern genutzt werden.
"Schon durch die instandgesetzte Mittelkammer ist die Schleusungszeit halbiert worden. Außerdem können die Liegestellen an der ehemaligen Grenzkontrollstelle im Ober- und Unterwasser der Schleuse jederzeit reaktiviert werden, sollte sich der Schiffsverkehr wider Erwarten steigern. Damit ist eine wirtschaftliche Befahrung für die Binnenschifffahrt jetzt und auch in Zukunft gewährleistet," so Winfried Lücking, Leiter des BUND-Flussbüros.
"Nach 18 Jahren Widerstand gegen die Wasserautobahn für große Rheinschubverbände ist auch die letzte Bastion befriedet. Nach Erfolgen am Sacrow-Paretzer Kanal, Havel und Spree zeigt sich, dass sich das breit aufgestellte 'Aktionsbündnis gegen den Havelausbau' bewährt hat und sich bürgerschaftliches Engagement lohnt. Wir danken allen Bündnispartnern, die zu den Erfolgen durch ihren unermüdlichen Einsatz über all die Jahre beigetragen haben," so Burkhard Voß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.
Für Rückfragen: Winfried Lücking, Leiter des BUND-Flussbüros Tel. 0160-829 34 14