9. Dezember 2011
Schutz für Wolf und Herden
Es sind erst wenige Jahre vergangen, dass sich der Wolf in Brandenburg wieder heimisch fühlt. Gesehen wurde das extrem scheue Tier bisher nur von sehr wenigen Menschen. Nur manchmal macht er auf sich aufmerksam, wenn er den Fehler begeht und sich an ungeschützt weidenden Schafen vergreift.
Um das Miteinander von Mensch und dem unter Natur- und Artenschutz stehenden Wolf zu verbessern, engagiert sich der BUND Brandenburg bei der Überarbeitung des veralteten Wolfsmanagementplans von 1994.
"Es ist uns wichtig dass Ängste und Probleme die mit der Rückwanderung des Wolfes nach Brandenburg einhergehen können, ernst genommen werden" betont Burkhard Voß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg. "Wenn man jedoch dem agrarpolitischen Sprecher der Brandenburger CDU Dieter Dombrowski Glauben schenkt, kann ein Wildtier in Deutschland nur in Sicherheit leben, wenn es dem Jagdrecht untersteht. Das verwundert, regelt das Jagdrecht doch im Grunde die Jagd, also den Abschuss von Tieren." Der BUND Brandenburg stellt sich daher vehement gegen eine Aufnahme des Wolf in das brandenburgische Jagdgesetz.
"Der Wolf hat durch die vorhandenen Naturschutzgesetze in Bund und Land schon heute den notwendigen Schutz, den diese seit Jahrhunderten mit Vorurteilen verteufelte und bis zur Ausrottung verfolgte Tierart verdient," stellt Burkhard Voß klar. "Auch sehen wir es nicht, dass es in Zukunft eine Überpopulation des Wolfes geben wird. Schon heute wird der Wolf von vielen jüngeren Jägern nicht als Konkurrent, sondern als Bereicherung der Natur empfunden und unterstützt diesen dabei, der oftmals zu hohen Wildbestände Herr zu werden."
Daher fordert der BUND Brandenburg alle betroffenen Gruppen und Verbände auf, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und einen neuen, aktuellen, auf bisher gesammelten Erfahrungen und wissenschaftlichen Ergebnissen beruhenden Wolfsmanagementplan für Brandenburg zu erstellen, in dem u.a. die Schutzmaßnahmen für Nutztiere und der Schadensausgleich geregelt sind und der einem konfliktvermeidenden Umgang mit dem Wolf gerecht wird.
"Die Diskussion sollte sich auf die wichtigen Punkte konzentrieren: Wie können unsere Schafbauern und Hobbytierhalter ihre Tiere so schützen, dass keine Probleme mit dem Wolf entstehen und wenn trotz ergriffener Maßnahmen Schaden entstehen sollte, dann muss es einen Schadensausgleich für alle Betroffenen gleichermaßen geben," fordert Burkhard Voß. "Dass ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich ist, zeigt uns heute bereits die sächsische Lausitz, die mit ihren Wölfen jährlich zahlreiche Touristen aus dem ganzen Bundesgebiet anlockt."
Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 - 237 00 141