28. Februar 2011
BUND-Vorsitzender wendet sich an Jakobs
Mit einem Offenen Brief hat sich der BUND-Landesvorsitzende Burkhard Voß jetzt an Oberbürgermeister Jann Jakobs gewandt. Er fordert Jakobs auf, den Bauantrag für die Seebühne Hermannswerder abzulehnen. Voß begründet dies damit, dass Bauvorhaben im Außenbereich nur genehmigt werden dürfen, wenn die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege nicht entgegenstehen. Voß erklärt: „Die geplanten Aufführungen der „Zauberflöte“ würden zu erheblichen Beeinträchtigungen der Halbinsel führen. Potsdam ist eine Stadt in einer Flussaue und hat dadurch einen ganz eigenen, ganz besonderen Reiz, weil hier Natur und Urbanität gleichzeitig erlebt werden können. Kultur und Natur sind eng beieinander und befinden sich in einem sensiblen Gleichgewicht.“
Außerdem wandte sich der BUND an die Stadtverordneten mit der Bitte, den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der Baurecht für die Seebühne schaffen soll, in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 2. März abzulehnen. In dem Brief heißt es: „Gibt es in Potsdam keine geeigneten Ort für die Aufführung von Opern und Konzerten? Muss ausgerechnet im Landschaftsschutzgebiet „Potsdamer Wald- und Havelseengebiet“ eine solche Veranstaltung stattfinden? Kann man Mozarts „Zauberflöte“ nur im sensiblen, nach europäischem Recht geschützten FFH-Gebiet „Mittlere Havel“ aufführen?“
Der BUND verweist darauf, dass Hermannswerder ein wichtiger Rückzugsraum für seltene und bedrohte Tierarten ist. Da mit einer Baugenehmigung auch die Befreiung von den Verboten im Landschaftsschutzgebiet verbunden wäre, stellt der BUND klar, dass er notfalls auch sein Verbandsklagerecht in Anspruch zu nehmen wird, um den Bau der Seebühne zu abzuwenden.
Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. (0331) 237 00 141