17. Oktober 2011

Erschreckende Pestizidrückstände in geschütztem Kleingewässer

Anfang Juni haben Anwohner aus Stabeshöhe (Uckermark) von einem Ackersoll, einem Kleingewässer auf einer Ackerfläche, die seit mehreren Jahren mit Mais bestellt wird, eine Wasserprobe genommen.

Sie wurde dem akkreditierten Prüflabor SOFIA GmbH in Berlin zur Analyse übergeben. Anlass waren Beobachtungen zu einem andauernden Artenrückgang in der Umgebung und starke Verluste an Bienenvölkern. Der BUND Brandenburg hat die Kosten für die Untersuchung der Gewässerprobe (fast 500 Euro) übernommen.


Die Analysen erbrachten erschreckend hohe Werte u.a. von Glyphosat (Bestandteil von „Round up“ und ähnlichen Produkten) 0,22 µg/l, Simazin (seit gut 10 Jahren in Deutschland verboten) 0,13 µg/l oder Terbutylazin 12 mg/l. Diese Werte wie auch die Summe aller Pestizide übersteigen die Grenzwerte für Grund- und Trinkwasser ganz erheblich. Die zuständigen Behörden, die EU-Kommission und die Staatsanwaltschaft wurden informiert.

Das Landesamt für ländliche Entwicklung und Flurneuordnung (LELF) in Frankfurt (Oder) hat eigene Wasser- und Bodenproben genommen und die Ergebnisse in der Tendenz bestätigt. Das LELF hat daraufhin dem betroffenen Landwirt Auflagen zur Bewirtschaftung um das Soll gemacht (Anlage eines 10 m breiten Grünstreifens um das Soll etc.) Diese Maßnahmen erscheinen weder den Anwohnern noch dem BUND Brandenburg ausreichend und dem Problem angemessen zu sein.

Der Maisanbau hat in den letzten Jahren in Deutschland erheblich zugenommen. Grund ist die Nutzung des Mais in Biogasanlagen. Der Mais wird inzwischen mit hohem Energie-, Dünger- und Gifteinsatz auch auf wenig oder gar nicht geeigneten Standorten angebaut. Damit ist diese erste Wasseranalyse lediglich ein Hinweis auf eine landes- und bundesweite Problematik, die von den zuständigen Behörden unbedingt aufgegriffen und verfolgt werden muss.

Auch die Politik ist gefordert, Maßnahmen für eine umweltgerechte Landwirtschaft zu treffen. Bei einem Treffen am vergangenen Wochenende haben etwa 40 Anwohner gemeinsam mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden des BUND Brandenburg, Thomas Volpers, und einzelnen Lokal- und Landespolitikern eine Liste mit Forderungen aufgestellt.

Diesen Forderungskatalog finden Sie hier.

Für Rückfragen: Thomas Volpers Tel. 0162 / 177 23 86




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