22. August 2012
BUND und NABU weisen Vorwürfe des Bauernverbandes zurück
Die Landesverbände Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) weisen die gestrigen Vorwürfe des Landesbauernverbandes in Bezug auf die Belastung von Kleingewässern mit Pestiziden zurück.
Die vom NABU und vom BUND herangezogenen Grenzwerte der Grundwasserrichtlinie der Wasserrahmenrichtlinie sind als Vergleichswerte für die Einordnung der Belastung der Feldsölle verwendet worden. Wenn in der Oberflächengewässerverordnung keine Grenzwerte für Glyphosat und andere Pestizide genannt sind, heißt dies nicht, dass es erlaubt ist, Flüsse und Seen unbegrenzt mit Pestiziden zu verunreinigen, sondern dass diese dort überhaupt nicht vorkommen dürfen.
BUND-Landesvorsitzender Burkhard Voß: „Ich erwarte vom Bauernverband Vorschläge, wie ein klarer Missstand beseitigt werden kann. Die Lösung kann nicht darin bestehen, diejenigen zu verunglimpfen, die auf ein Problem aufmerksam machen.“
Gert Müller von der Bürgerinitiative „Verseuchte Felder in der Uckermark“ verweist auf die Informationsveranstaltung am vergangenen Freitag in Gerswalde. Dort hatten besorgte Anwohner und Naturschützer gemeinsam mit Vertretern des Bauernverbandes beraten, wie in Zukunft eine Gefährdung von Wasser, Boden, Tier und Nahrung vermieden werden kann. Müller erinnert sich: „Wir waren überein gekommen, dass wir zusammen nach Möglichkeiten suchen werden, in Zukunft Belastungen der Kleingewässer durch Pestizide zu verhindern. Deshalb verstehe ich die beleidigenden Äußerungen des Landesbauernverbandes nicht.“
NABU-Landesvorsitzender Tom Kirschey: „Die Kleingewässer haben Verbindung zum Grundwasser. Über die Vorflut können die Pestizidrückstände weiter verbreitet werden. Sie haben in der Umwelt aber nichts zu suchen.“
Für Rückfragen:
BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 – 237 00 141
Tom Kirschey, NABU, Tel. 0172 – 386 39 68
BI „Verseuchte Felder in der Uckermark“, Tel. 0177 – 320 40 70