24. August 2012
Heidecke fordert multifunktionale, bäuerliche und ökologische Landwirtschaft
Die Naturschutzreferentin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Heidrun Heidecke forderte in der heutigen Sitzung der Enquete-Kommission des Landtags zur Aufarbeitung der Folgen der SED-Diktatur eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik im Land Brandenburg. Den Schlussfolgerungen des Gutachtens von Professor Helmut Klüter aus Greifswald zu den Strukturen und Entwicklungstendenzen in der Brandenburger Landwirtschaft stimmte Heidecke zu: „Das vorgelegte Gutachten zeigt die Defizite in der Struktur- und Förderpolitik ebenso wie in der Raumplanung auf.“
Die Ergebnisse der falschen Ausrichtung der Agrarförderung sind verheerend. Von 1995 bis 2009 ging der Bestand bei Rebhühner, Kiebitzen, Haubenlerchen und sogar beim Feldsperling auf weniger als die Hälfte zurück, so die Naturschutzexpertin. Durch den zunehmenden Einsatz von Pestiziden, die zu intensive Bewirtschaftung von Niedermoorböden und die vermehrte Massentierhaltung besteht die Gefahr, dass sich der ländliche Raum in Brandenburg in eine Agrarindustriesteppe verwandelt, warnte die frühere Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt. Heidecke: „Anstatt sich für eine ökologische Ausgestaltung von Agrarförderprogrammen einzusetzen, hat sich Brandenburg gegenüber der EU-Kommission und im Bundesrat vor allem für Großbetriebsstrukturen eingesetzt. So wurden die Möglichkeiten, einen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung, zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten, verschenkt.“
Ziel des BUND ist es, dass die Landwirtschaft ökologisch intakte und touristisch attraktive Kulturlandschaften prägt und nicht nur möglichst billige agrarindustriell hergestellte Rohstoffe für die Energie- und Nahrungsmittelerzeugung liefert. Heidecke forderte die Landesregierung auf, ihre Blockadehaltung gegenüber den Vorschlägen der EU für die neue Förderperiode aufzugeben. Die Einführung einer Kappungsgrenze bei Direktzahlungen könnte die Ungleichbehandlung kleiner und großer Betriebe ausgleichen. Bei bäuerlichen Familienbetrieben machen die Direktzahlungen 34 Prozent, bei Großbetrieben 73 Prozent des Gewinns aus.
Für Rückfragen erreichen Sie Heidrun Heidecke unter 0173 – 60 62 666.