8. Juni 2012
BUND klagt gegen den Bau der Autobahn A 14 in der Prignitz
Der BUND-Landesverband Brandenburg hat gestern (7. Juni) beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Autobahn A 14 im Abschnitt Karstädt / Groß Warnow eingelegt.
Wilfried Treutler, Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes Prignitz: „Durch den geplanten Autobahnneubau wird das Vogelschutzgebiet „Agrarlandschaft Prignitz–Stepenitz“ auf der Länge von neun Kilometern zerschnitten. Dadurch wird beispielsweise der Lebensraum des Ortolans erheblich beeinträchtigt.“ Der Ortolan (Gartenammer) ist als gefährdete Vogelart in der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland enthalten.
Nach Auffassung des BUND gibt es für die planfestgestellte Verkehrseinheit 1155 keinen Bedarf, da der gesamte Abschnitt parallel zur Bundesstraße B 5 verläuft. Durch einen bedarfsgerechten Ausbau des bestehenden Straßennetzes könnten die Verkehrsmengen problemlos aufgenommen werden. Das in den Verkehrsprognosen zugrunde gelegte Bevölkerungswachstum wird nicht eintreten, statt dessen ist die Einwohnerzahl in der Prignitz rückläufig. Treutler: „Die A 14 ist nur für den Verkehr nötig, den sie selbst anzieht.“
Außerdem kritisiert Treutler: „Da der Abschnitt an beiden Enden nicht mit Anschlussstellen endet, wurden außerdem funktionslose „Stummel“ planfestgestellt.“ Das Bundesverwaltungsgericht hatte solche „Stummel“ in der Vergangenheit gerügt, die keinen Nutzen haben, wenn nicht auch die Nachbarabschnitte planfestgestellt werden. Insofern widerspricht der Planfeststellungsbeschluss des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft der bisherigen Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.
Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. (0331) 237 00 141