19. Januar 2013
Bauerhöfe statt Agrarfabriken
Am Sonnabend haben 25 000 Menschen aus ganz Deutschland unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ in Berlin für eine bäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft demonstriert. Viele Umwelt- und Verbraucherschützer waren auch aus Potsdam und verschiedenen Regionen Brandenburgs vor das Bundeskanzleramt gezogen, um sich gegen Gentechnik und Massentierhaltung auszusprechen.
Das Mitglied des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sybilla Keitel berichtete, dass in vielen Kleingewässern, die der BUND Brandenburg im vergangenen Jahr analysieren ließ, Rückstände von Herbiziden gefunden wurden. Sie führt dies auf intensiven Maisanbau mit hohem Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln in der Nähe der Feuchtgebiete zurück. Mit einer Kunstaktion wies sie auf der Demonstration auf die Vergiftung unseres Wassers, des Bodens und der Bienen hin.
Mit der von ihm gegründeten Bürgerinitiative für eine nachhaltige Zukunft unserer Dörfer in der Gemeinde Wiesenburg/Mark beteiligte sich das BUND-Mitglied Dieter Wankmüller aus Reetz bei Wiesenburg an der Demonstration. Auch er befürchtet eine zunehmende Vermaisung der Landschaft, da immer mehr industrielle Biogasanlagen errichtet werden sollen, die statt mit Gülle auch mit Mais betrieben werden.
Dem Mitglied des BUND-Landesvorstandes Wolfgang Deuster liegt besonders das Engagement gegen den ungesund hohen Fleischkonsum und die damit verbundene Massentierhaltung am Herzen. In immer mehr Orten Brandenburgs sind überdimensionierte Tierfabriken geplant. Als Beispiele führt er die Planungen für Broilermastanlagen in Tempelberg (Oder-Spree) und Lietzen (Märkisch Oderland) sowie für die Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark) an. Er fordert von der Landes- und Bundesregierung eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik im Interesse des Tier- und Umweltschutzes.