7. März 2013

BUND: Alternativen für die Lausitz endlich angehen!

Anstatt in Gutachten die Wettbewerbsfähigkeit der Braunkohle zu beschwören, an die Vattenfall offensichtlich selber nicht mehr glaubt, muss die Landesregierung endlich ein Entwicklungskonzept für die Lausitz nach der Braunkohle vorlegen.

Das vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Gutachten von Prof. Erdmann steht in krassem Widerspruch zu den energie- und klimapolitischen Zielen der Energiestrategie 2030 des Landes. Mit dem Gutachten soll der Bedarf für den neuen Tagebau Welzow-Süd II begründet werden. Dieser Tagebau soll vordringlich der Versorgung des Kraftwerkes Schwarze Pumpe dienen.

„Dieses Gutachten ist ein weiterer Versuch, den Braunkohlebedarf für neue Tagebaue herbeizureden“, so Axel Kruschat, Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg. „Die Pläne für den Personalabbau zeigen, dass selbst Vattenfall nicht an eine Zukunft mit der Braunkohle glaubt. Dies sollte die Landesregierung endlich zur Kenntnis nehmen.“

Der Gutachter bezieht die Erneuerbaren Energien nur verbal in seine Betrachtungen mit ein. Außerdem werden die möglichen Regulierungen des Strommarktes, z.B. der Aufbau eines Kapazitätsmarktes sowie die klimapolitischen Optionen einer drastischen Verknappung und Verteuerung der CO2-Zertifikate, ignoriert.  Der Autor tut so, als würde es die Energiewende nicht geben. Die Politik muss aber in den nächsten drei Jahrzehnten Rahmenbedingungen verändern, wenn die Energiewende gelingen soll.

Das Gutachten nimmt eine zukünftige Auslastung des Kraftwerkes Schwarze Pumpe von durchschnittlich 6500 Betriebsstunden an. In der Energiestrategie war laut dem Wirtschaftsministerium auf Basis zahlreicher Gutachten das Kraftwerk als Regelkraftwerk mit 5265 Volllaststunden im Jahr 2030 eingeplant. Eine geringere Auslastung bedeutet auch einen geringeren Braunkohlebedarf, wodurch die Begründung neuer Tagebaue unmöglich wird.

Würden sich trotzdem die Annahmen des Gutachters bestätigen, wären alle wesentlichen  Ziele der Energiestrategie 2030 des Landes gefährdet. Nur so sind auch die Klimaziele und die Senkung des Energieverbrauchs zu erreichen. Nur durch den Teillastbetrieb und die technischen Verbesserungen des Kraftwerkes kann die angestrebte Systemintegration der Erneuerbaren Energien erreicht werden. Mit dem dauerhaften Volllastbetrieb ist keine Effizienzsteigerung möglich. Der Netzausbau müsste noch stärker vorangetrieben wären.

„Offensichtlich ist aber mit den Annahmen aus der Energiestrategie der Neuaufschluss des Tagebaus Welzow-Süd II nicht begründbar“, sagte Kruschat.

Ausführlichere Informationen liefert ein Hintergrundpapier zum Thema, das Sie hier herunterladen können.

Für Rückfragen: Axel Kruschat, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-237 00 141




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