17. März 2008

97 Einwendungen gegen Vattenfalls Dichtwandverlauf

Für den Weiterbetrieb des Tagebaus Welzow-Süd plant Vattenfall ab 2010 den Bau einer aufwendigen Dichtwand. Von den drei möglichen Varianten zieht Vattenfall aber nur eine ernsthaft in Betracht und möchte bereits vor der Genehmigung des Tagebaus Welzow-Süd II Fakten schaffen. Proschimer und Welzower Bürger übergaben heute 97 Einwendungen an den Leiter des Landesbergamtes. Der BUND unterstützte die Aktion.

Cottbus: Heute um 10:00 Uhr wurden 97 Einwendungen von betroffenen Bürgern aus Poschim und Welzow an den Leiter des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe übergeben. Die Betroffenen kritisierten in einer eigenen Stellungnahme zur wasserrechtlichen Genehmigung des Tagebaus Welzow-Süd den von Vattenfall geplanten Verlauf einer Dichtwand.

Die beabsichtigte Dichtwand soll aus zwei Gründen gebaut werden. Zum einen soll sie den Tagebau-Welzow-Süd vor eindringendem Grundwasser schützen, zum anderen soll sie verhindern, dass Wasser aus der Lausitzer Seenkette im sächsischen Teil nach Norden in den Tagebau abfließt. Der von Vattenfall präferierte Verlauf stimmt jedoch exakt mit dem noch nicht genehmigten Tagebau Welzow-Süd II überein.

Dazu Constantin Jurischka, Bürger aus Proschim: „Vattenfall will vorab wieder Fakten schaffen. Ortschaften wie Proschim und Welzow werden komplett trocken gelegt, obwohl eine Entscheidung für Welzow II nicht vor 2015 zu erwarten ist. Wir fordern Vattenfall auf die alternative Varianten nicht nur als Alibi aufzuführen, sondern ernsthaft in Erwägung zu ziehen.“

Hintergrund Dichtwand

Eine Dichtwand soll dazu dienen tiefe Gruben (Tagebaue) vor einströmendem Grundwasser zu schützen. Für den Braunkohletagebau soll dazu Erdreich bis in 100 Metern Tiefe auf mehreren Kilometern Länge ausgehoben werden. In den entstandenen Gräben wird dann ein aushärtendes wasserundurchlässiges Material neu eingebracht.

Der von Vattenfall bevorzugte Verlauf folgt der nach dem Rahmenbetriebsplan ausgewiesenen Südmarkscheide des Tagebaus Welzow-Süd (TWS). Dieser Verlauf ist nahezu identisch mit dem noch nicht genehmigten Tagebau Welzow II und soll das FFH-Schutzgebiet „Weißer Berg bei Bahnsdorf“ zerstören.

Der BUND favorisiert einen Verlauf der Dichtwand entlang des zurzeit genehmigten und aktiven Tagebaus Welzow-Süd (Variante TFP). Diese Variante wäre mit 6500 Metern weitaus kürzer und würde den Eingriff und die damit verbundenen Belastungen für das Umland auf ein Minimum beschränken. Proschim und Welzow bräuchten nicht ausgetrocknet und das FFH-Gebiet „Weißer Berg“ nicht zerstört werden.

Pressekontakt: Constantin Jurischka, BUND Ortsgruppe Welzow, Tel. 035751/28100

Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net

 




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