20. April 2012
Alleen weiterhin in akuter Gefahr
Laut der „Konzeption zur Entwicklung von Alleen an Bundes- und Landestraßen in Brandenburg“ sollen jährlich 5.000 Alleebäume außerorts neu gepflanzt werden, was einer Strecke von etwa 30 km entspricht. Im Jahr 2010 wurde dieses Ziel mit gerade mal 9,3 neu angelegten Alleenkilometern weit verfehlt. Damals hieß es, diese Differenz wolle man 2011 ausgleichen. Die nun vom Landesbetrieb Straßenwesen veröffentlichten Zahlen belegen jedoch, dass auch 2011 das selbst gesteckte Ziel nicht erreicht werden konnte.
Seit Inkrafttreten der Alleenkonzeption vor vier Jahren ist somit bereits eine Differenz von mehr als 22 Alleenkilometern entstanden. „Zwar wurden 2011 mehr Bäume gepflanzt als gefällt. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Alleen in akuter Gefahr sind“, kritisiert Christine Arndt vom BUND Brandenburg. In Zukunft wird es aufgrund von Überalterung zu mehr Baumfällungen kommen. Schon 2010 hatte sich der BUND gemeinsam mit anderen Umweltverbänden im Rahmen einer Volksinitiative gegen die Alleenkonzeption der Landesregierung ausgesprochen. Nun zeichnet sich ab, dass nicht einmal diese Ziele – welche nach Ansicht der Verbände für den dauerhaften Alleenerhalt unzureichend sind – eingehalten werden können.
Immerhin hatte der Landtag 2010 beschlossen, die Konzeption zu evaluieren. „Ob dies tatsächlich geschehen ist bleibt fraglich“, meint Arndt. „Denn obwohl dieser Punkt auf der Tagesordnung des Infrastrukturausschusses am vergangenen Donnerstag stand, wurde von Staatssekretär Rainer Bretschneider lediglich ein Zustandsbericht für 2011, aber kein Evaluierungsbericht vorgestellt.“
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