BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


16. März 2007

Alleenkonzeption "Strategie 21": Unsichere Alleen-Zukunft

In einem Land nach unserer Zeit wird es wieder Alleen geben – glaubt der Verkehrsminister. Bis dahin müssen alle tapfer sein und zusehen, wie die meisten Alleen einfach verschwinden. Denn das von Minister Reinhold Dellmann gestern vorgestellte Alleenkonzept „Strategie 21“ beinhaltet eine viel zu geringe Anzahl zu pflanzender Alleebäume, um den derzeitigen Bestand in den kommenden 60 Jahren zu sichern. Das würde bedeuten, dass in den nächsten 20 Jahren über ein Drittel des heutigen Alleenbestandes verschwinden würde. Müssen wir uns an alleenfreie Straßen gewöhnen?

Die geplante Zahl der Neupflanzungen ist so gering gewählt, dass der aktuelle Alleenbestand (ohnehin der geringste seit Beginn der Alleenpflanzungen in Brandenburg) aufgrund der Altersstruktur erst in ca. 60 Jahren wieder erreicht wird. Und auch das nur, falls bis dahin tatsächlich jedes Jahr 5000 Alleebäume gepflanzt werden – da gehen noch viele Legislaturperioden und Haushaltsdiskussionen ins Land.

„Dieses Konzept basiert auf zu vielen Unwägbarkeiten, um erfolgversprechend zu sein“, so Silke Friemel, Referentin für Alleenschutz beim BUND Brandenburg.

Der BUND lehnt geplante Gesetzesänderungen entschieden ab. „Grundsätzlich begrüßen wir ein strategisches Konzept zum langfristigen Alleenerhalt. Dieses Konzept müsste aber den Schutz der Alleen verbessern und den Bestand schon heute sichern – das sehen wir in der vorliegenden Strategie nicht. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen zum Alleenschutz könnten ausreichen, wenn sie nur umgesetzt würden“, so Friemel weiter. Die Nachpflanzverpflichtung im Sinne des Naturschutzgesetzes muss bestehen bleiben, um den Bestand reell zu sichern – und nicht eventuell in der Zukunft!


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/alleenkonzeption-strategie-21-unsichere-alleen-zukunft/