BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


8. März 2007

Braunkohleverstromung in Jänschwalde gefährdet nationale Klimaschutzziele

Das beharrliche Festhalten an der Braunkohleverstromung im zweitschmutzigsten Kohlekraftwerk Deutschlands gefährdet Deutschlands Vorreiterrolle im Klimaschutz

Mit 25 Mio. t Co2 pro Jahr ist Jänschwalde der zweitgrößte CO2-Emittent in Deutschland. Je 1200g CO2 pro erzeugte Kilowattstunde machen das Kraftwerk zum fünftschmutzigsten in ganz Europa. Ein Grund liegt in der veralteten Technik (Baujahr 1981-88) und in einem Wirkungsgrad von lediglich 35% (Stand der Technik: 960g/KWh, 43%).

Im Rahmen der „Energiestrategie 2010“, in der sich Brandenburg zu einer deutlichen Begrenzung der energiebedingten CO2-Emissionen bekannt hat, setzte sich die Landesregierung eine Obergrenze von 53 Mio. t bis 2010. In der Zwischenbilanz wurde dieses Ziel mit 61 Mio. t weit verfehlt. Eine Reduzierung um 8 Mio. t/Co2 bis 2010 allein mit Maßnahmen im Verkehr und der Gebäudebeheizung ist nicht realistisch. Insofern ist es absolut unverständlich wenn die Landesregierung noch weitere 50 Jahre an der Braunkohleverstromung festhalten möchte.

Schon dein Verzicht der Abbaggerung des Naturschutzgebietes „Lakomaer Teichlandschaft“ würde mit 4-6 Mio. t CO2/Jahr positiv in der Brandenburger Klimabilanz zu Buche schlagen.

Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste Methode der Energiegewinnung. Das Festhalten des Energiekonzerns Vattenfalls an der Braunkohle liegt in deren Profitabilität begründet. Die Kosten für die Stromerzeugung aus Braunkohle liegen derzeit bei ca. 25 Euro/MWh. Dem gegenüber liegt der Strompreis bei etwa 45 Euro/MWh.

Dennoch liegen die wirklichen Kosten für die Allgemeinheit, auch externe Kosten genannt, viel höher. Nikolas Stern bezifferte erstmalig die volkswirtschaftlichen Folgekosten die der Klimawandel weltweit verursachen wird. Nach einer Studie des BMU würden demnach die Kosten des Klimawandels auf 14 bis 68 Euro je emittierte t CO2 beziffert. Für die Verstromung der Kohle von Lakoma (40 Mio t) kämen demnach Folgekosten auf die Bürger in Höhe von 500 Mio bis 2,5 Milliarden Euro hinzu.

„Wenn die Brandenburger Landesregierung ernsthaften Klimaschutz betreiben will, wird sie nicht umhin kommen, ihre Vorstellungen der momentanen Braunkohleverstromung in der Lausitz zu überdenken. Die Braunkohle kann nicht die Energiequelle der nächsten 50 Jahre sein, wenn laut IPCC der Menschheit nur noch ca. 20 Jahre bleiben um den Klimakollaps abzuwenden“, so Burkhard Voß Landesvorsitzender vom BUND Brandenburg.

Pressekontakt

Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/braunkohleverstromung-in-jaenschwalde-gefaehrdet-nationale-klimaschutzziele/