13. November 2006
Bt-Mais nicht sicher
Der BUND Brandenburg fordert die Bauern auf, endlich auf die als bedenklich eingestufte Maissorte MON810 zu verzichten. Neue wissenschaftlichen Gutachten belegen eindeutige ökologische bzw. gesundheitliche Risiken des in Brandenburg angebauten Genmaises .
Mehrere neue jetzt veröffentliche Fachgutachten, die von der Bundesfraktion Bündnis90/Die Grünen in Auftrag gegeben wurden, bestätigen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial des Bt-Maises. So wurden unter anderem nachweislich mehrere heimische Schmetterlingsarten (z.B. Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Kleine Kohlweißling) in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt oder gar getötet, wenn ihre Nahrungspflanzen mit Bt-Maispollen bestäubt waren.
Auch Florfliegen, die sich von mit auf Bt-Mais lebender Beute ernährten, wiesen eine signifikant höhere Sterblichkeit auf.
Bedenklich ist, dass neben diesen Kurzzeitanalysen, vor allem die langfristigen Auswirkungen des Bt-Maises auf die Organismenwelt und letztendlich auch auf den Menschen noch völlig unklar sind. Schon die Beeinträchtigung oder der Wegfall einer einzelnen Art könnte komplette Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb fordert der Landesvorsitzende des BUND Brandenburg Burkhard Voß die Brandenburger Bauern dazu auf: "[...] auf den genmanipulierten Mais sofort zu verzichten, und die vorhandenen ökologischen Alternativen wahrzunehmen."
Brandenburg nimmt in der ökologischen Landwirtschaft deutschlandweit einen Spitzenplatz ein, gefährdet aber insbesondere duch das Festhalten an kommerziell genutzten Genprodukten diesen Status. So wird z.B die kleinräumige Koexistenz von Ökolandbau und Genwirtschaft durch das Gutachten mehr denn je in Frage gestellt.
Trotz noch vieler offener Fragen wurde die Grundlage für die Zulassung des Bt-Maises im Dezember 2005 vom Landwirtschaftsminister Seehofer geschaffen, so dass 2006 erstmalig die vom BUND als bedenklich eingestufte Maislinie MON810 zu kommerziellen Zwecken angebaut werden konnte.
Hintergrund
Im Bt-Mais ist das Gen eines Bakteriums eingebaut, so dass der Mais ein eigenes Insektenvernichtungsmittel gegen den Fraßschädling Maiszünsler produziert.
Für das Jahr 2006 wurden für Brandenburg bisher etwa 443 ha Land zur Bewirtschaftung mit dem gentechnisch verändertem Mais MON810 angemeldet. Damit ist Brandenburg mit fast 50% bundesweit Spitzenreiter (Dtl. gesamt 950 ha).
Die größte angemeldete Anbaufläche mit mehr als 100 ha weist das Märkische Oderland auf. Jeweils zwischen 10 und 100 ha sind in den Landkreisen Uckermark, Oberhavel, Elbe-Elster und Spree-Neiße vorzufinden.