29. August 2012
BUND fordert Stopp für Welzow-Süd II
Angesichts der heute vorgestellten Greenpeace-Studie zu den Risiken des geplanten Braunkohlentagebaues Welzow-Süd II fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Braunkohlenplanverfahren für den neuen Tagebau zu stoppen.
BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: „Das Gutachten von Dr. Ralf E. Krupp weist nach, dass zwischen der Grundwasserabsenkung für den Tagebau Welzow-Süd II und dem Wasserspiegel im Sedlitzer See ein Höhenunterschied von 63 Metern bestehen würde. Es besteht die Gefahr, dass die Dichtwand, deren Bau Vattenfall begonnen hat, diesen Druck nicht aushalten wird. Daher wäre das Dorf Lieske (Oberspreewald-Lausitz) akut durch einen Grundbruch gefährdet.“
Der Geologe Krupp führt aus, dass der von Vattenfall angenommene Einbindehorizont aus Ton als grundwasserstauende Schicht in der Natur nicht existiert. Krupp befürchtet eine Ausspülung feinkörniger Bodenbestandteile, die von Fachleuten als Suffosion bezeichnet wird. Er verweist darauf, dass es in den letzten Jahren in Koschen (Brandenburg) und Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) sogar zu Todesopfern infolge von Rutschungen gekommen ist.
Das Gutachten von Krupp stützt die Auffassung des BUND im Klageverfahren zur wasserrechtlichen Genehmigung für den Tagebau Welzow-Süd für die Jahre 2009 bis 2012. Im April 2010 hatte der BUND gegen das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe geklagt. Eine Entscheidung steht noch aus.
Die Greenpeace-Studie wird am 31. August um 19 Uhr in Lieske vorgestellt. Die Erörterung des Braunkohlenplanes für den neuen Tagebau Welzow-Süd II beginnt am 11. September in Cottbus. Etwa 5 000 Bürgerinnen und Bürger haben Einwendungen erhoben.
Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 – 237 00 141