22. Dezember 2010

BUND-Gutachten: Abscheidung und Endlagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken birgt enorme Risiken

Die Endlagerung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder der Industrie in tiefe Erdschichten, die sogenannte CCS-Technologie, kann zur Versalzung des Grundwassers führen. Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder Erdbeben verursachen. Entweichendes Kohlendioxidn, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, könnte zur Gefahr für die Bevölkerung werden. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse eines geologischen Gutachtens, das der BUND heute in Potsdam vorgestellt hat.

Bislang könne nicht nachgewiesen werden, dass die in Brandenburg geplanten CO2-Lagerstätten dicht seien, sagte Ralf Krupp, Geologe und Autor des gestern vorgestellten BUND-Gutachtens. Die angewendeten Rechenmodelle seien nicht geeignet, einen entsprechenden Sicherheitsnachweis zu führen.

Krupp: "Umfangreiche Darstellungen der CO2-Speicher in Rechenmodellen und Computer-Grafiken täuschen oft einen Wissensstand vor, der in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Die Ergebnisse dieser Rechenmodelle beruhen zumeist auf nicht dokumentierten Annahmen und sind im Regelfall weder valide noch verifizierbar. Auf dieser Grundlage CO2-Lagerstätten einzurichten, ist nicht zu verantworten."

Laut dem BUND-Gutachten werde das in Deutschland vorhandene geologische Fassungsvermögen für Kohlendioxid weit überschätzt. für den CO2-Ausstoß deutscher Kohlekraftwerke reiche es höchstens für einen Zeitraum von etwa 27 Jahren. Dabei seien konkurrierende Nutzungen des Untergrundes wie zum Beispiel für den Abbau von Erzen oder zur Gewinnung von erneuerbaren Energien wie Geothermie sogar noch unberücksichtigt geblieben.

BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: "Das Gutachten beweist, dass durch die vorhandene Erkundungsmethodik die Risiken der Kohlendioxidverpressung nicht ausgeschlossen werden können. Da Minister Christoffers versichert hat, dass die Sicherheit der Bevölkerung absoluten Vorrang haben soll, muss die Erkundung abgebrochen werden." 


Krupp: geologische Kurzstudie zu CCS

Krupp: Gutachten zur CO2-Einlagerung bei Neutrebbin





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