2. Februar 2010
BUND kritisiert Energiedialog hinter verschlossenen Türen
Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die Teilnahme von Ministerpräsent Platzeck an einer Vattenfall-Veranstaltung für „führende Medienmacher“, die heute (2. Februar) um 19.30 Uhr im Schlosshotel Cecilienhof stattfinden wird. BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: „Ein echter Energiedialog würde anders aussehen und darf nicht hinter verschlossenen Türen erfolgen.“
Die von Vattenfall geplante CCS-Technologie hält der BUND für riskant. Dabei soll Kohlendioxid aus Braunkohlekraftwerken unterirdisch verpresst werden. Am 25. Februar ist ein Termin zur Umweltverträglichkeitsprüfung für ein CCS-Demonstrationsprojekt in Jänschwalde geplant. Kruschat: „Die Abscheidung von Kohlendioxid ist noch nicht erprobt. Beim Scheitern dieser Technologie wird Brandenburg seine Klimaschutzziele bis 2020 verfehlen.“
Der BUND verweist darauf, dass das Festhalten an der Braunkohleverstromung zur Umsiedlung mehrerer Dörfer und zur Schädigung des Wasserhaushalts ganzer Landstriche führen wird. Beispielsweise zeigt die jetzt verstärkt zu beobachtende Rotfärbung der Spree, dass durch die Freisetzung von Eisen aus Abraumhalden der Braunkohleabbau noch über Jahrzehnte die Gewässerqualität beeinträchtigen wird.
Der BUND wird sich heute am Hintergrundgespräch der Umweltverbände und der Grünen vor dem Schloss Cecilienhof beteiligen. Die Debatte über die Zukunft der Energieversorgung darf nicht im Closed Shop erfolgen. Kruschat fordert Platzeck auf, sich klar gegen die Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom zu positionieren und nicht als Werbefigur für einen Atomkonzern aufzutreten.