BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


5. April 2007

BUND: Naturschutzflächen in Sperenberg werden verscherbelt!

Wertvolle Naturflächen von etwa 2500 Hektar sollen nach den Willen der Landesregierung meistbietend versteigert werden. Dies wäre ein unwiederbringlicher Verlust für das „Nationale Naturerbe“ – obwohl das Land die Flächen kostenlos vom Bund zur Verfügung gestellt bekam.

Die ehemals militärisch genutzten Flächen um Sperenberg, die Mitte der 1990iger Jahre als Standort für den Berliner Großflughafen im Gespräch waren, sollen ,wenn es nach der Landesregierung geht, demnächst versteigert werden.

Im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 verpflichtete sich die Bundesregierung, gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen als „Nationales Naturerbe“ unentgeltlich in eine Bundesstiftung einzubringen oder an die Länder zu übertragen. Vor allem wegen ihrer Größe und Unberührtheit sind die ehemals militärisch genutzten Flächen um Sperenberg besonders wertvoll für den Naturschutz. Aus diesem Grund sind die Flächen auch Bestandteil der Übertragungsliste der Flächen, die in das „Nationale Naturerbe“ überführt werden sollen. Erklärtes Ziel ist die Bewahrung des reichhaltigen Naturerbes für zukünftige Generationen.

Seit Anfang des Jahres laufen jedoch Verhandlungen zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem derzeitigen Verwalter der Flächen, und dem Brandenburger Finanzministerium unter Einbeziehung der Brandenburgischen Boden GmbH. Ein Schreiben des Ministeriums vom 15. März 2007 an den Förderverein Naturpark Baruther Urstromtal e.V. bestätigt, dass die Flächen verkauft werden sollen.

Um den Kauf bemüht sich derzeit die Euroworld Holding AG, die einen überdimensionierten Freizeitpark plant. Mit dem Euroworldprojekt ist auf 45 Millionen Quadratmetern eine Naturzerstörung ungeahnten Ausmaßes geplant. An der Seriosität dieses Projektes muss gezweifelt werden.

Gegen die geplante Privatisierung regt sich nun Wiederstand. Der Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal e.V.“ hat mit Unterstützung des BUND Brandenburg Beschwerde in den Petitionsausschüssen des Landtages und des Bundestages eingelegt.

 

Pressekontakt: Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bund-naturschutzflaechen-in-sperenberg-werden-verscherbelt/