11. März 2009
BUND schlägt 10-Punkte-Plan für Agrarförderung vor
Anlässlich der Neuverteilung von staatlichen Beihilfen an Agrarbetriebe in Brandenburg warnte der BUND nachdrücklich davor, die zusätzlichen Mittel in die Investitionsförderung für Tierhaltungen zu geben. In einem Brief des BUND-Bundesvorsitzenden Hubert Weiger und des BUND-Landesvorsitzenden Burkhard Voß an Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke wird in einem 10-Punkte-Plan davor gewarnt, mit den Mitteln neue Massentierhaltungen zu fördern. Gleichzeitig fordert der BUND, das Geld für mehr Ökolandbau und handwerkliche Lebensmittelverarbeitung in Brandenburg zu verwenden. Das diene gezielt den Herausforderungen im Umweltschutz und gleichzeitig der Marktnachfrage aus Berlin nach Ökoprodukten.
Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr für die Neuverteilung von Agrarbeihilfen neue Herausforderungen für die Landwirtschaft identifiziert: Klimaschutz, Erhalt der Biodiversivität, Schutz von Gewässern und Bioenergie. Auf Druck der Bundesregierung wurde zusätzlich der Milchsektor als Herausforderung akzeptiert.
Hubert Weiger: „Bei der Umsetzung der EU-Beschlüsse in Brandenburg stellt der BUND mit Sorge fest, dass die zusätzlichen Mittel hauptsächlich in die Investitionsförderung etwa für Tierhaltungen fließen sollen. Das würde zu weiteren Schäden für das Klima, die Artenvielfalt und an Gewässern führen. Es schadet den Landwirten, die auf dem Markt für Milch und Fleisch bereits EU-weit mit Überschüssen und massivem Preisverfall zu kämpfen haben. Die geplante Investitionsförderung führt zu einer stärkeren Rationalisierung in den Betrieben und zu Konzentrationsprozessen und bedeutet daher Arbeitsplatzabbau. Der BUND fordert, die Gelder gezielt für Betriebe einzusetzen, die mit artgerechter und klimaschonender Tierhaltung gesunde Lebensmittel, eine intakte Umwelt und ein Mehr an Arbeitsplätzen sichern. Beispiele dafür sind Neuland- und Ökobetriebe,“ erklärte Weiger.
Burkhard Voß regte angesichts der Nachfrage nach Bioprodukten an, insbesondere die Umstellung konventionell wirtschaftender Betriebe auf den ökologischen Landbau wieder erheblich stärker zu fördern. Voß: „Diese Betriebe, die erhebliche Umweltdienstleistungen erbringen, verdienen es besonders, mit staatlicher Förderung den Weg dorthin geebnet zu bekommen. Woidke muss das Geld für die ländliche Entwicklung als Konjunkturmotor einsetzen. Bei der wachsenden Nachfrage in Berlin nach Ökolebensmitteln aus der Region heißt das in Brandenburg, gezielt Arbeitsplätze in der Ökoerzeugung und –verarbeitung zu schaffen.“
Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle Brandenburg,
Tel. (0331) 237 00 141
BUND-Bundesgeschäftsstelle, Agrarexpertin Reinhild Benning,
Tel. (030) 275 86 481