BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


30. April 2010

Dichtwandverlauf bedroht Seenkette

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) klagt gegen die wasserrechtliche Erlaubnis für den Tagebau Welzow-Süd. Der BUND verweist darauf, dass von der Grundwasserabsenkung für den Tagebau eine erhebliche Beeinträchtigung der Erweiterten Restlochkette (Lausitzer Seeenland) ausgeht. Hierbei kritisiert der Umweltverband insbesondere den Verlauf der zum Schutz der Lausitzer Seenkette geplanten Dichtwand.

Constantin Jurischka, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Welzow: „Wir haben bewiesen, dass sich der Verlauf der Dichtwand nicht am bestmöglichen Wasserrückhalt in der Lausitzer Seenkette orientiert, da bei einem anderen Dichtwandverlauf die Abströmrate in den Tagebau geringer ist und so die Seenkette nachhaltig geschützt wird. Der Verlauf der Dichtwand wurde von Vattenfall so gewählt, um auch den Tagebau Welzow-Süd II entwässern zu können, der aber noch gar nicht genehmigt ist. Die von Vattenfall favorisierte Dichtwandvariante ist mit einem wesentlich größeren Absenkungstrichter verbunden als die vom BUND vorgeschlagene Variante.“

Die wasserrechtliche Erlaubnis wurde durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe im Dezember 2008 für die Jahre 2009 bis 2022 erteilt. Der vom BUND im Januar 2009 eingelegte Widerspruch wurde im März 2010 zurückgewiesen. Dagegen hat jetzt der BUND Klage beim Verwaltungsgericht Cottbus eingelegt.

Der BUND rechnet mit Klagekosten in fünfstelliger Höhe. BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: „Unser Ziel ist es, den Ort Proschim, Lindenfeld und das Wohngebiet V in Welzow vor der Abbaggerung zu retten und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Außerdem befürchten wir Beeinträchtigungen für das Naturschutzgebiet am Weißen Berg bei Bahnsdorf. Vor allem muss aber die Bergbaufolgelandschaft an der Lausitzer Seenkette vor unnötigen Wasserverlusten bewahrt werden. Aber auch die Drebkauer Hutung und das Koselmühlenfließ drohen trockenzufallen. Daher bitten wir dringend um Spenden zur Unterstützung unserer Klage.“

Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. (0331) 237 00 141

Spendenkonto: BUND-Landesverband Brandenburg, Konto 350 202 62 45 bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam (BLZ 160 500 00).  


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/dichtwandverlauf-bedroht-seenkette/