BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


1. Juni 2011

Erschütternde Alleenbilanz ist Offenbarungseid für Minister Vogelsänger

Die Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen ist erschüttert über die gestern durch den Landesbetrieb Straßenwesen vorgelegte Alleenbilanz. Im Jahr 2010 sind lediglich 9,3 Kilometer Alleen an Bundes- und Landesstraßen gepflanzt worden. Im Jahr 2008 waren es 30,7 km, 2009 noch 33,9 km. Bernd Hübner von der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen: „Das Land Brandenburg war mit seiner Alleenkonzeption die Verpflichtung eingegangen, jährlich mindestens 30 km Alleen neu zu pflanzen. Der Landesbetrieb Straßenwesen erreicht nicht einmal die selbst gesteckten Ziele, die ohnehin unzureichend sind."


Im Frühjahr 2011 wurden 7,6 Kilometer Alleen neu gepflanzt. Da diese Pflanzungen wegen des frühen Wintereinbruchs auf das Jahr 2010 angerechnet werden sollen, zeichnet sich auch für 2011 ab, dass die versprochenen 30 km nicht erreicht werden. Axel Heinzel-Berndt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergänzt: „Als eine der Vertrauenspersonen der Volksinitiative Rettet Brandenburgs Alleen habe ich das Bekenntnis von Landtagsabgeordneten aller Fraktionen noch gut im Ohr, dass die Alleen in Brandenburg eine Zukunft haben sollen. Ich bin empört, dass sich Infrastrukturminister Vogelsänger einfach über das Votum des Landtages hinwegsetzt.“


In der Alleenkonzeption von 2007 war eine vorausschauende Planung der Alleebaumnachpflanzungen für je 10 Jahre mit Pflanzprogramm im Zwei-Jahres-Rhythmus vorgesehen. Die Methodik zur Ermittelung der potenziellen Pflanzstandorte beinhaltete einen Planungsvorlauf von zwei bis drei Jahren. Insofern zeigt sich Heinzel-Berndt erstaunt, dass der Landesbetrieb Straßenwesen als Begründung für sein Versagen fehlende Pflanzstandorte für Alleebäume anführt.


Das Infrastrukturministerium hatte bei einer Begrenzung der Nachpflanzungen auf jährlich 30 Kilometer einen sinkenden Alleebaumbestand bis etwa 2030 prognostiziert. Erst etwa 2060 wäre der Stand von 2005 erreicht worden. „Wenn es so weiter geht, verschiebt sich die Wiederherstellung des ursprünglichen Bestandes ins 22. Jahrhundert oder auf den St.-Nimmerleins-Tag“, meint Hübner von der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen.


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/erschuetternde-alleenbilanz-ist-offenbarungseid-fuer-minister-vogelsaenger/