BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


19. März 2009

Kohlendioxidabscheidung führt klimapolitisch in die Sackgasse

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt davor, in der CCS- Technologie (CCS: Carbon Capture and Storage) einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz zu sehen. Der Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg Axel Kruschat fordert statt dessen einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und eine Wende in der Energiepolitik zur besseren Nutzung regenerativer Energiequellen und zu effizienterer Energienutzung.
Die CCS-Technologie ist noch nicht großtechnisch erprobt. Kruschat kritisiert, dass in dem von der Bundesregierung geplanten Gesetz zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Lagerung von Kohlendioxid die Haftung für die Langzeitsicherheit der Kohlendioxidspeicher nicht den Stromkonzernen übertragen wird, sondern schon nach 20 Jahren durch den Staat übernommen werden sollen. Die Dimensionen der unterirdischen Speicher in tieferen Erdschichten wären immens: Allein das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde produziert jährlich 25 Millionen Tonnen CO2. Auch fehlen bisher die Rohrleitungen von den Kraftwerken zu den Endlagerstätten.
Nach Überzeugung des BUND ist es mit der CCS-Technologie nicht möglich, die Klimaschutzziele des Landes Brandenburg bis 2020 zu erfüllen. Auch bundesweit ist mit CCS nicht die erforderliche Reduzierung der Kohlendioxidfreisetzung zu erreichen. In der Leitstudie 2008 des Bundesumweltministeriums heißt es dazu: „Die Gesamtemissionen würden ... in 2050 von 404 Mio. t/a auf 349 Mio. t/a reduziert, also noch deutlich von den notwendigen 200 Mio. t/a entfernt sein.“
Die Pilotanlage zur Erforschung von CCS wären nur auf Braunkohlekraftwerke übertragbar, die aber nur einen geringen Anteil an der weltweiten CO2-Freisetzung haben. Außerdem wird durch die Kohlendioxidabscheidung in den Kraftwerken deren Wirkungsgrad verschlechtert. Es ist daher abzusehen, dass nicht nur die Braunkohletagebaue Bagenz-Ost, Spremberg-Ost, Jänschwalde-Nord und Welzow-Süd II aufgeschlossen werden müssen, sondern nach Proschim, Atterwasch, Grabko und Kerkwitz weitere Dörfer in Brandenburg von der Umsiedlung bedroht werden.

Für Rückfragen: Axel Kruschat, BUND-Landesgeschäftsführer Brandenburg,
Tel. (0331) 237 00 141


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/kohlendioxidabscheidung-fuehrt-klimapolitisch-in-die-sackgasse/