10. November 2011

Land muss vom Bund Geld für weitere Grünbrücken einfordern

Hunderttausende Wildtiere sterben Jahr für Jahr auf unseren Straßen; immer wieder kommen auch Menschen durch Wildunfälle zu Schaden. Am 10. November entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages abschließend darüber, ob Gelder für das "Bundesprogramm Wiedervernetzung" und damit für den Neubau von Grünbrücken bereitgestellt werden. Der BUND Brandenburg fordert die Brandenburger Landesregierung auf, die Bundesregierung eindringlich aufzufordern, ein angemessenes Budget einzusetzen.

Während die Kanzlerin große Festreden zum Erhalt der biologischen Vielfalt hält, will Verkehrsminister Ramsauer das von den Koalitionsparteien für diese Legislaturperiode vereinbarte Bundesprogramm Wiedervernetzung auf die lange Bank schieben und in dieser Wahlperiode keine Mittel mehr dafür bereitstellen. "Es bleibt zu hoffen, dass der Bundesverkehrsminister sich mit seiner Haltung innerhalb der schwarz-gelben Koalition nicht durchsetzen kann. Unglücklicherweise hat Herr Ramsauer als federführender Minister jedoch genügend Möglichkeiten, die Umsetzung des Bundesprogramms Wiedervernetzung der durch Straßen zerschnittenen Lebensräume der Wildtiere zu blockieren - nicht nur durch den Verweis auf die prekäre Haushaltslage. Herr Ramsauer und sein Staatssekretär sehen fataler Weise die Biotopvernetzung als überflüssigen Luxus an, den sich Deutschland nach Abschluss der Wildbrückenbauprojekte des Konjunkturpaketes II nicht weiter leisten kann," kritisiert BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat. "Sie missachten damit nicht nur ihren eigenen Koalitionsvertrag, sondern auch die Nationale Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung. Darin ist die Wiedervernetzung von Lebensräumen ganz klar als Ziel formuliert. Beim Bundesprogramm Wiedervernetzung geht es aber nicht nur darum, für Wildtiere den genetischen Austausch und die Besiedelung neuer Lebensräume zu ermöglichen - eine Grundvoraussetzung, um Inzucht zu vermeiden und viele Arten langfristig zu erhalten - sondern auch darum, einen Beitrag zur Verminderung von Wildunfällen durch die Straßen querende Wildtiere zu leisten. Auch deshalb sollten Grünbrücken ein selbstverständlicher Bestandteil vielbefahrener Straßen werden. Daran sollte nach Abschluss des Konjunkturpaktes II direkt weiter gearbeitet werden. Ansonsten sind die Ziele der Biodiversitätsstrategie bis zum Jahr 2020 nicht zu erreichen."

Die Studie des Landes "Biotopverbund Brandenburg" hat 20 Bauwerke über Bundesstraßen und Autobahnen benannt, die vordringlich zu realisieren sind, um die funktionale Verknüpfung des Biotopverbundes zu sichern und für Wildtiere die Fernwanderkorridore offen zu halten. 30 Querungsbauwerke werden in den weiteren Bedarf eingestuft. Sie sind in einem zweiten Schritt zu realisieren. Seitens des Bundes wurde mit der Auflage des Konjunkturpaketes II im Jahr 2009 zur Förderung der heimischen Wirtschaft erstmals die Möglichkeit der Realisierung von Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesfernstraßen eröffnet. Daher werden im Rahmen des Konjunkturpaketes II in Brandenburg drei Grünbrücken an der Bundesautobahn (BAB) 13 bei Teupitz/Tornow, an der BAB 9 bei Niemegk sowie an der BAB 12 bei Kersdorf errichtet. Vom Bau weiterer zunächst vorgesehener Grünbrücken, die aus Mitteln des konventionellen Bundeshaushalts zu finanzieren wären, plant der Bund aufgrund anderer Prioritätensetzung Abstand zu nehmen. Dies betrifft Wildbrücken über die A 9 bei Beelitz und über die A 11 im Melzower Forst.

Informationen des BUND zum Bundesprogramms Wiedervernetzung

http://www.bund.net/index.php?id=6494

Studie Biotopverbund Brandenburg Teil Wildtierkorridore des Landes Brandenburg

http://www.mugv.brandenburg.de/n/wildkorridor/biotopvb_de.pdf

Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 – 237 00 141




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