6. Juli 2012

Netzentwicklungsplan nicht tragbar

Der geplante Netzentwicklungsplan soll die Grundlage für den Bau und Ausbau der Stromtrassen bilden. Hier wird argumentiert, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien einen Ausbau der Netze nötig macht, um den beispielsweise an der Küste produzierten Windstrom nach Süddeutschland zu transportieren. Der BUND hat den Plan analysiert und die Netzbetreiber entlarvt – dem überdimensionierten Netzausbau wird eine völlig überhöhte Annahme der künftigen Strommenge aus Kohlekraftwerken zugrunde gelegt.

Die prognostizierten Strommengen aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2022 lägen mit fast 250 Terawattstunden (TWh) bis zu 100 TWh über den aktuellen Annahmen in den Energieszenarien der Bundesregierung. Rein rechnerisch entspräche dieser Unterschied der Stromproduktion von über 30 Kohlekraftwerken und einem Mehr-Ausstoß von etwa 90 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2022. Mit diesen Zahlen würden sich die Netzbetreiber weit von der gesetzlichen Vorgabe entfernen, die Netzausbauplanung nach den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung auszurichten, so der BUND (mehr Infos zur Analyse unter www.bund.net).

Folge dieser Fehlprognose wäre ein überdimensionierter Ausbau des Stromnetzes. Dabei geht der Trend dahin, dass durch den erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien die Produktion von Kohlestrom reduziert wird. „Das Paradoxe am Netzausbau ist, dass erneuerbare Energien und Braunkohle nebeneinander existieren können und dadurch die CO2-Emissionen erhöht und nicht gesenkt werden. Damit wird das Klima geschädigt und das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung ad absurdum geführt, obwohl die erneuerbaren Energien ausgebaut werden“, so Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg.

Beim Ausbau der Stromnetze zur Integration der erneuerbaren Energien darf die Betonung nicht auf der Festlegung von Nord-Süd-Stromautobahnen kommen. Vielmehr müssen die Möglichkeiten dezentraler Energieversorgung ausgelotet und in den Entwicklungsplan einbezogen werden.

Noch bis zum 10. Juli können Stellungnahmen im Konsultationsverfahren der Netzbetreiber eingereicht werden. Eine Mustereinwendung findet sich bei www.klimaretter.info.

Rückfragen in der BUND-Landesgeschäftsstelle unter 0331-23700141.




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