2. Juli 2010
Stellungnahme zu den aktuellen Diskussionen um eine Verschiebung des geplanten Ausbaus der Kleinmachnower Schleuse
Gemeinsame Presseerklärung von BUND und Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ vom 02.07.2010
Nach aktuellen Informationen gibt es im Bundesverkehrsministerium vor dem Hintergrund der aktuellen Sparmaßnahmen Überlegungen, den geplanten Ausbau der Kleinmachnower Schleuse zu verschieben. Der BUND und die Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“ begrüßen diese Entwicklung und hoffen, dass den neuen Signalen aus Regierungskreisen entsprechende Tatsachen folgen werden.
In verschiedenen Petitionen und zahlreichen direkten Anschreiben wurde in der Vergangenheit an die Politiker appelliert, das geplante Bauprojekt aufgrund seiner Unwirtschaftlichkeit und hohen Investitionskosten, denen kein entsprechender wirtschaftlicher Nutzen gegenübersteht, zu stoppen. Dr. Casperson, Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“: „Wir hoffen, dass die derzeitigen Sparmaßnahmen zu einem endgültigen Baustopp dieses ökonomisch und ökologisch nicht vertretbaren Großprojekts führen werden.“
Die großen Schubverbände, für welche die 190m-Schleuse geplant wurde, können den Teltowkanal nicht befahren und nicht bis zur Schleuse gelangen. Aktuelle Schiffsverkehrsprognosen sehen keinen entsprechenden Bedarf für den geplanten Großausbau der Kleinmachnower Schleuse, welche derzeit nur zu einem geringen Teil ausgelastet ist. Winfried Lücking, BUND Flussbüro: „Selbst in Spandau und Charlottenburg wurden bei einer Prognose mit höheren Schiffsverkehrsaufkommen als im Teltowkanal nur 115 m lange Schleusenkammern gebaut. BUND und Bürgerinitiative sehen von daher auch keine Notwendigkeit für eine 190 m Schleusenkammer in Kleinmachnow und befürworten einen alternativen kleineren Ausbau der Schleuse auf 115 m Länge auch aus ökologischen Gründen. Entgegen den Behauptungen der Behörden ist der Bau der 190m-Schleuse mit immensen Natureingriffen verbunden, die bei der kurzen Variante weitgehend entfallen.“ In einem aktuellen Informationsblatt zeigen BUND und Bürgerinitiative anhand eines Vergleichs der beiden Ausbauvarianten, dass die kleinere 115m-Variante die wirtschaftlichere und umweltverträglichere Ausbaulösung darstellt
(vgl. www.schleusenprotest.de/vergleich.html).
Sprecher der Bürgerinitiative bekräftigen ihre Absicht, den Protest gegen den geplanten Großausbau der Schleuse mit aller Entschlossenheit fortzusetzen, bis ein endgültiger Baustopp erreicht wird. Die nächste Protestveranstaltung ist in den Sommerferien geplant, weitere Aktionen in Zusammenarbeit mit dem BUND sollen im September folgen.
Ansprechpartner:
BUND, Winfried Lücking, Leiter Flussbüro, Berlin, Tel.: 015772898843
Bürgerinitiative „pro Kanallandschaft Kleinmachnower Schleuse“, Kleinmachnow,
Dr. Gerhard Casperson, Tel. 033203 / 24002,
Dr. Ursula Theiler, Tel. 033203 / 389922