BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


26. September 2006

Tod eines Denkmals

Heute wurde mit den Asphaltierungsarbeiten auf der Alleepflasterstraße zwischen Annenwalde und Densow begonnen – und damit der Tod eines Brandenburger Denkmals und langfristig auch der Allee eingeläutet. Der Umgang des Landkreises Uckermark mit dem Denkmal – trotz vieler Proteste auch seitens des Kultur- und Verkehrsministeriums – ist ein weiteres Beispiel sinnloser Zerstörung von Kulturlandschaftsgütern.

Vom Landkreis wurde argumentiert, dass die Asphaltierung der über einen Kilometer langen Pflasterstraße nur eine Reparatur (Unterhaltung) sei und zudem bestens geeignet wäre, das wertvolle Pflaster zu konservieren. Außerdem sei eine Gefährdung der alten Bäume vollkommen ausgeschlossen. Gerade dazu wartet man bei der obersten Naturschutzbehörde jedoch noch immer auf eine Antwort zu entsprechenden Befürchtungen im Umweltministerium. Denn die Pflasterstraßenallee ist nicht nur in der Denkmalliste des Landes eingetragen, sondern genießt auch den Schutz des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.

„Die Landkreisverwaltung hat sich über die Landesgesetze hinwegsetzt, obwohl es aus den zuständigen Ministerien für das Vorhaben keine Zustimmung gab“, so Silke Friemel, Alleenschutzreferentin des BUND Brandenburg. Bis zuletzt hatten Brandenburgs Alleen- und Denkmalschützer auf ein Einlenken gehofft und sogar Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck um Hilfe gebeten – leider ohne Erfolg. Brandenburg hat nun ein bedeutendes Stück Kulturerbe unwiederbringlich verloren – und das Kulturministerium musste zuschauen.

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/tod-eines-denkmals/