10. Mai 2010
Umstellung auf Erneuerbare ohne Alternative
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) haben heute in Potsdam betont, dass es zur Umsetzung der Energiestrategie des Landes im Bereich der Erneuerbaren Energien keine Alternative gibt. Dabei kann die Landesregierung mit der Unterstützung der beiden Naturschutzverbände rechnen.
Die konkrete Ausgestaltung muss nach Überzeugung von BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat differenziert betrachtet werden, da jede Art der Energieerzeugung auch ein Potenzial zu Fehlentwicklungen beinhaltet. Kruschat sieht hier eine besondere Verantwortung der Regionalen Planungsgemeinschaften und fordert die Aufnahme verbindlicher Klimaschutzziele in die Landesplanung.
NABU-Landesvorsitzender Tom Kirschey: „Der Ausbau der Erneuerbaren führt zu einem erhöhten Bedarf an Netzkapazitäten. Um die Errichtung unnötiger Hochspannungsfreileitungen zu vermeiden, muss in gleichem Maße die Braunkohleproduktion gedrosselt werden.“ Die Konflikte bei der Errichtung von Windrädern sind nach Überzeugung von Kirschey lösbar. Dazu haben NABU und BUND naturschutzfachliche Kriterien für Windkraftanlagen erarbeitet. Kirschey: „Wir lehnen Windparks in Wäldern und Forsten grundsätzlich ab. Auch nach dem Naturschutzrecht geschützte Gebiete müssen Tabuzonen für Windkraftanlagen sein.“ Die Naturschutzverbände haben gleichzeitig Vorschläge zur Überarbeitung tierökologischer Abstandskriterien für Windräder erarbeitet.
Die Nutzung der Biomasse halten BUND und NABU für das Erreichen der Ziele der Energiestrategie für unverzichtbar. Risiken sehen die Umweltverbände in Monokulturen, im Humusverzehr und in gentechnisch veränderten Energiepflanzen. Naturschutzrelevante Grünlandflächen und Brachen müssen geschützt werden. Wichtig ist auch hier eine gesteuerte Entwicklung. Stellschrauben können hier Zertifizierungen, die Ausgestaltung der CrossCompliance in Hinsicht auf Naturschutz, Fruchtfolgen und Humusbilanz sowie die Revitalisierung des Vertragsnaturschutzes sein. Beide Umweltverbände halten die Kürzung der Einspeisevergütung bei Solarstrom für überzogen.
Das Positionspapier „Naturschutzfachliche Kriterien für Windeignungsgebiete und für Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen“ ist in der NABU-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 – 201 55 70 erhältlich.
Für Rückfragen:
Axel Kruschat, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. (0179) 591 16 98
Tom Kirschey, NABU-Landesvorsitzender, Tel. (0172) 386 39 68