BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


26. Oktober 2010

Vattenfall will Öffentlichkeit ein X für ein U vormachen

Der Landesverband Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die Pläne von Vattenfall, durch die Hintertür den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde genehmigt zu bekommen. Für das CCS-Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde findet heute in Cottbus der Termin zur Festlegung des Umtersuchungsrahmens der Umweltverträglichkeitsprüfung statt.

BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat weist die Behauptungen, dass der neue Kraftwerksblock ein Beitrag zum Klimaschutz sei, zurück. Durch den Bau des Blockes G würde sich der Kohlendioxidausstoß in die Atmosphäre erhöhen und nicht reduzieren. Hinzu kommt, dass die Anlage, falls das noch nicht erprobte Verfahren der Kohlendioxidabscheidung und -verpressung (CCS) scheitert, auch ohne CCS betrieben werden kann. Kruschat betont: "Die Erreichung der Klimaschutzziele des Landes Brandenburg ist ernsthaft gefährdet."

Der BUND weist darauf hin, dass CCS zu einem geringeren Wirkungsgrad bei der Braunkohleverstromung führt, so dass noch mehr Dörfer abgebaggert werden und noch größere Gebiete trockengelegt werden müssen. Ursprünglich wollte Vattenfall einen bestehenden Kraftwerksblock umrüsten, beabsichtigt jetzt aber den Bau eines neuen Kraftwerksblock ohne Abschaltung eines vorhandenen Blockes. Für fragwürdig hält der BUND auch die Pläne, die Klimabilanz des Kraftwerks durch die Verfeuerung von Biomasse aus dem westafrikanischen Liberia zu verbessern.



Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/vattenfall-will-oeffentlichkeit-ein-x-fuer-ein-u-vormachen/