BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


18. April 2008

Vorbildfunktion Potsdam? – Fahrradfahrer unerwünscht!

Erneut beweist die Stadt Potsdam: Fahrradfahrer sind nur als schnelle Geldeinnahmequelle erwünscht. Anstatt die klimafreundliche Variante der Fortbewegung zu unterstützen, werden Fahrradfahrer durch unmögliche Schikanen des Ordnungsamtes drangsaliert und zur Kasse gebeten. BUND wirft der Stadt Fahrradunfreundlichkeit vor.

Seit ein paar Tagen wird das Gleisbett der Straßenbahn in der Friedrich-Ebert-Strasse saniert. Die Baustelle wurde infolgedessen großräumig durch das Ordnungsamt abgesperrt. In Fahrtrichtung Nauener Tor wurde die Durchfahrt sogar komplett gesperrt – auch für Fahrradfahrer. Für den BUND Brandenburg ist die Komplettsperrung in keiner Weise nachvollziehbar. Noch absurder wird die Maßnahme durch versteckte im „Rudel“ auftretende Polizeieinheiten, die Bußgelder an Fahrradfahrer verteilen.

„Abzocke und Wegelagerei im großen Maßstab. Da wird eine kleine ungefährliche Baustelle in der Innenstadt einfach dazu benutzt, Fahrradfahrer schnell und ergiebig abzuzocken. Das Traurige daran ist, dass dafür ganze Polizeieinheiten aufgeboten werden. Woanders werden Polizeistandorte zusammengestrichen und in Potsdam tut man so, als ob es keine Kriminalität mehr im Lande gäbe. In der derzeitigen Klima- und Feinstaubproblematik wäre die Stadt gut beraten, ihre Bürger eher zum Fahrradfahren zu ermuntern, anstatt sie abzuzocken,“ so Jost Kremmler, Kreisvorsitzender des BUND Brandenburg.

Der BUND fordert die Stadt Potsdam auf, die Baustelle in der Friedrich-Ebert-Strasse auch für Fahrradfahrer durchlässig zu machen. Fahrradfahrer in Innenstädten leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, wenn Sie auf andere Verkehrsmittel verzichten. Sie sollten daher nicht auf unnötige Weise schikaniert werden.

Hintergrund

Seit knapp einem Jahr untersucht der BUND die Fahrradfreundlichkeit von deutschen Städten. Unter dem Motto “Einkaufen mit dem Rad” wurde dazu die Rolle des Rades beim Einkaufsverkehr untersucht. Potsdam galt bisher als einigermaßen fahrradfreundlich. Neben mangelnder oder schlechter Fahrradständer vor Geschäften, bemängelte der BUND vor allem die monatliche Gebühr von mind. 23 Euro, die Geschäftsinhabern für das Aufstellen von Fahrradständern an die Stadt zahlen müssen.

 

Pressekontakt: Jost Kremmler, BUND Kreisvorsitzender Potsdam, Tel. 0331-23700143, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/vorbildfunktion-potsdam-fahrradfahrer-unerwuenscht/