14. März 2013

GAP-Abstimmung: Zukunftsfähigkeit der Brandenburger Landwirtschaft ist gefährdet

Zur Abstimmung im EU-Parlament in Straßburg über die gemeinsame Agrarreform erklärt Wolfgang Deuster, Vorstandsmitglied im BUND Brandenburg:

„Die von der EU-Komission vorgeschlagene Ökologisierung der europäischen Landwirtschaft wurde unter dem Druck der deutschen Unionspolitiker und dem Deutschen Bauernverband extrem verwässert. Obwohl es von immer mehr SteuerzahlerInnen und KonsumentInnen von der Politik eingefordert wird, bleibt von der ursprünglichen Idee, öffentliche Gelder nur noch dann auszuzahlen, wenn die Landwirte es für den Umwelt-, Tier- und Klimaschutz nutzen, kaum noch etwas übrig. Ich fordere die Landesregierung auf, nicht länger auf EU und Bund zu warten, sondern jetzt selber aktiv zu werden, um den ländlichen Raum vor der Agrarindustrie zu schützen. Nötig sind eine Definition der sogenannten guten fachlichen Praxis und eine dem Agrogas-Maisanbau gegenüber konkurrenzfähige Prämie für Landwirte, die auf Ökolandbau umstellen wollen.“

Zudem kritisiert der BUND den geplanten EU-Agrarhaushalt, der selbst vom EU-Parlament abgelehnt wurde. Die Bereiche Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft sollen dem EU-Haushaltsgipfel zufolge ab 2014 überproportionale Einschnitte hinnehmen müssen, mahnt Deuster. Vor allem die sogenannte zweite Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik sei von den Kürzungen betroffen, wozu die Agrarumweltprogramme und der Vertragsnaturschutz gehörten. "Es ist widersinnig, dort zu sparen, wo gesellschaftliche Leistungen erbracht werden und dafür die Gießkannenförderung der ersten Säule ungeschoren zu lassen", so Deuster weiter. Wenn der Haushalt so beschlossen wird, hätten die Bauernverbände damit zwar vordergründig ihre Position durchgesetzt. Es könnte jedoch ein böses Erwachen geben, wenn die Landwirte merkten, dass für Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz die Gelder entzogen worden seien und der Naturschutz wieder vermehrt auf dem Verordnungswege durchgesetzt werden müsse.

Für Rückfragen:
Wolfgang Deuster, BUND-Landesvorstand, Tel. 0157- 78777127




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