22. September 2011

BUND fordert Vorfahrt für Hirsch und Wolf

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine Unterschriftenaktion „Wildwechsel – aber sicher! Bauen Sie Grünbrücken, Herr Ramsauer!“ gestartet. Darin verweist der Naturschutzverband darauf, dass die starke Zerschneidung der Landschaft durch Autobahnen und Bundesstraßen zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt gehört. Durch Wildunfälle sterben nicht nur viele Wildtiere, es kommen auch immer wieder Menschen zu Schaden. Der BUND kritisiert, dass die für das Bundesprogramm Wiedervernetzung vorgesehenen Mittel in dieser Legislaturperiode für den Bau neuer Straßen eingesetzt werden sollen, obwohl im Koalitionsvertrag die Erarbeitung und Umsetzung des Bundesprogramms zur Wiedervernetzung von Lebensräumen festgeschrieben wurde.

Beispielsweise wurde die Grünbrücke über die A 11 im Biosphärenreservat „Schorfheide-Chorin“ von 2005 bis 2008 rund 19 000 Mal von Wildtieren benutzt. Durch eine Videokamera konnte dort auch bewiesen werden, dass die Wildbrücke durch den Wolf genutzt wird. Vor der Fertigstellung stehen die aus dem Konjunkturpaket II finanzierten Wildbrücken über die A 9 bei Niemegk und über die A 13 bei Teupitz. Der Bau der Wildbrücke über die A 12 bei Jacobsdorf und Briesen wurde wegen Einsprüchen im Vergabeverfahren verschoben. Diese drei Wildbrücken sollen Bestandteil eines ökologischen Korridors südlich von Berlin werden.

Für eine Wildbrücke an der A 9 bei Beelitz und eine zusätzliche Wildbrücke an der A 11 im Melzower Forst liegen seit 2010 Plangenehmigungen vor. Der Bau konnte noch nicht begonnen werden, da Ramsauer die Mittel für das Bundesprogramm Wiedervernetzung nicht freigeben will.

Auf der Internetseite www.bund-brandenburg.de besteht die Möglichkeit, sich per Email an Minister Ramsauer zu wenden oder Unterschriftenlisten herunterzuladen.

Für Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Tel. 0331 – 237 00 141




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