4. März 2008

„Einkaufen mit dem Fahrrad“ – Fahrradfreundliches Potsdam?

Wie ist die Situation aus der Perspektive des Rad fahrenden Einkäufers. Der BUND untersuchte dazu Geschäfte in Potsdam und zieht vorerst eine gemischte Zwischenbilanz.

Seit knapp einem Jahr läuft nun schon das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finanziell geförderte BUND-Projekt “Einkaufen mit dem Rad”. In einigen deutschen Städten wurde dazu die Rolle des Rades beim Einkaufsverkehr untersucht.

Betrachtet man die Verteilung des gesamten Personenverkehrs auf die verschiedenen Verkehrsträger („modal split“), so hat der Radverkehr bundesweit einen Anteil von etwa 12 %. Dieser Anteil schwankt allerdings stark; je nach Region, Alters- und Berufsgruppen, Wegzwecken – und nach den unterschiedlichen Erhebungen. Besonders in kleinen und mittelgroßen Städten gewinnt das Fahrrad an Attraktivität. Da die meisten Einkaufswege bis maximal fünf Kilometer lang sind, ist das Fahrrad gerade auf diesen innerstädtischen Wegen unschlagbar. Das Auto gewinnt im Stadtverkehr erst ab Weglängen von ca. 6 km einen Zeitvorteil.

Die brandenburgische Landeshauptstadt ist keine ausgesprochene Fahrradstadt - aber auch nicht ihr Gegenteil. Einige Geschäfte in Babelsberg und in der Innenstadt sind bereits mit dem Rad gut zu erreichen und haben akzeptable Fahrradständer. Positiv aufgefallen ist das Marktcenter in der Breiten Strasse mit über 60 stabilen und sicheren Fahrradbügeln. Auch in der Brandenburger Strasse und in der Karl-Liebknecht-Strasse in Babelsberg, sowie vor der Biocompany in der Schiffbauergasse, können die Bedingungen als gut eingestuft werden.

Dennoch hat die Mehrzahl der Geschäfte in Potsdam keinen guten („Felgenkiller“) oder auch gar keinen Fahrradständer. Hier sieht der BUND noch erheblichen Handlungsbedarf, um auch in Potsdam das Einkaufen mit dem Fahrrad attraktiver zu machen. Dazu Jost Kremmler, BUND Kreisvorsitzender Potsdam: „Potsdam kann seinen Ruf als eine fahrradfreundliche Stadt entscheidend ausbauen. So erhebt die Stadt eine Gebühr von monatlich mindestens 23 Euro von Geschäftsinhabern, wenn diese vor ihrem Laden einen Fahrradständer aufstellen wollen. Das ist für viele schon ein Grund, es einfach zu unterlassen. Wir fordern die Stadt Potsdam dazu auf, diese Gebühr abzuschaffen.“

Hintergrund

Für das Einkaufen mit dem Fahrrad sprechen viele Gründe. So sind Radfahrer für Strecken unter drei Kilometern innerhalb eines Stadtgebietes immer noch die schnellsten. Während andere noch auf den Bus warten, im Stau stehen oder einen Parkplatz suchen, haben die Radler den Laden längst betreten. Der Zeitvorteil wächst mit der Anzahl der besuchten Geschäfte. Rad fahren ist eine preiswerte Alternative, da kein Geld für Benzin bzw. für Parkgebühren anfällt. Kein Verkehrsmittel ist so umweltfreundlich wie das Rad. Neben dem Schutz der Umwelt und insbesondere des Klimas ist Rad fahren auch noch gesund.

Weitere Infos unter: www.einkaufen-mit-dem-rad.de/index.shtml

Pressekontakt: Dr. Jost Kremmler, BUND Kreisverband Potsdam, Tel. 0331-23700143, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 




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