BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


11. März 2008

Neue Erkenntnisse im Verfahren um Schweinemast in Hassleben BUND: Glaubwürdigkeit des Investors steht in Frage

Neue Gutachten zu der geplanten Mega-Schweinehaltung in Hassleben wurden vor wenigen Tagen dem Landesumweltamt vorgelegt. Sie befassen sich mit den Auswirkungen auf den direkt benachbarten Kuhzer See und die Wälder in der Umgebung der Anlage mit über 85.000 Tierplätzen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Brandenburg sieht durch diese Untersuchungen die Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit dieser Anlage weiter bekräftigt.

Dagegen versucht der Investor, Harri van Gennip, durch Zeitungsanzeigen den Eindruck zu vermitteln, die Genehmigung seiner Anlage erfolge in Kürze. "Van Gennip scheint mit seiner Stellenanzeige künstlichen Optimismus verbreiten zu wollen", so Thomas Volpers vom BUND Brandenburg. Doch könne er nicht darüber hinwegtäuschen, dass er selber wichtige Unterlagen erst sehr spät eingereicht habe. Außerdem steht ab Mittwoch sein Berater Rehhahn in Magdeburg wegen Bestechung vor Gericht. Zudem sei noch ein zweites Verfahren gegen Rehhahn wegen Urkundenfälschung in Zusammenhang mit einer anderen geplanten Schweinehaltung von van Gennip im Gange. "Mit Rehhahn als Berater von van Gennip sind "Rechenfehler" scheinbar keine Seltenheit. Van Gennip macht sich mit der Stellenanzeige für "Bauhelfer" unglaubwürdig, weil er Arbeitsplätze verspricht, obwohl er nicht sagen kann, ob sie überhaupt entstehen und falls ja, wann", so Thomas Volpers weiter.

Die neuen Erkenntnisse machen deutlich, dass sich der Kuhzer See in den letzten Jahren von den Belastungen durch die alte Schweinezucht und -mastanlage etwas erholt hat. Er ist aber noch nicht in seinem angestrebten Zustand und verträgt keinerlei zusätzlichen Nährstoffeintrag. Die Berechnungen des Antragstellers in Bezug auf die Stickstoffbelastung der Umgebung werden bemängelt.

Eine gewissenhafte Prüfung der neuen Unterlagen durch die Genehmigungsbehörde und die Antragsteller wird vermutlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Vor diesem Hintergrund rechnet der BUND nicht mit einer kurzfristigen Entscheidung über den Bau der Anlage.

 

Pressekontakt:

Thomas Volpers, Landesvorstand,E-Mail: thomas.volpers@bund.net

Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer, Tel. 0331-23700141, E- Mail: bund.brandenburg@bund.net; Maik Heunsch, Pressestelle, Tel. 0331-23700142, E-Mail: presse.brandenburg@bund.net

 


Quelle: http://archiv.bund-brandenburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/45/artikel/neue-erkenntnisse-im-verfahren-um-schweinemast-in-hassleben-bund-glaubwuerdigkeit-des-investors-ste/